Im ersten Quartal 2015 kletterte der Bloomberg-Index für in den USA gehandelte russische Aktien um 17 Prozent – so stark wie seit den drei Monaten bis März 2012 nicht mehr. Staatsanleihen des Landes erholten sich ebenfalls und der Rubel verzeichnete die stärkste Rally unter den 31 wichtigsten Weltwährungen.

"Denke, dass wir das Schlimmste hinter uns haben"
"Auch wenn viele Investoren immer noch die schlimmsten Szenarien für den Rubel und Aktien einpreisen, denke ich, dass wir das Schlimmste hinter uns haben und alles besser wird", sagt Anvar Gilyazitdinov, Vermögensverwalter bei Rye, Man & Gor in Moskau. "Es wird weiter Gegenwind geben und in einigen Branchen sieht es besser aus als in anderen, aber zumindest bewegen wir uns in die richtige Richtung."

Zurückzuführen ist diese Trendwende nicht zuletzt darauf, dass die Ölpreise von ihren Tiefständen wieder etwas gestiegen sind. So hat sich der Brent-Preis um die Marke von etwa 55 US-Dollar je Barrel stabilisiert. Dies könnte zusammen mit dem Waffenstillstand im seit einem Jahr währenden Ukraine-Konflikt eine weitere Erholung unterstützen, erwarten Rye, Man & Gor und Otkritie Capital.

Im vergangenen Jahr hatten internationale Sanktionen – darunter auch Finanzierungsrestriktionen und Exportverbote – die zwei Billionen Dollar schwere russische Wirtschaft stark belastet. Hinzu kam dann der Bärenmarkt beim Ölpreis, der einen Verfall des Rubels nach sich zog. Dies alles hatte zur Folge, dass der RTS Index 2014 rund 45 Prozent einbüßte – mehr als jeder andere der 93 wichtigsten Aktienmärkte, die von Bloomberg abgebildet werden. (mb/Bloomberg)