Die südkoreanische Reederei STX Pan Ocean hat am vorigen Freitag beim zuständigen Gericht in Seoul Gläubigerschutz beantragt. Der börsennotierte Konzern ist auf Massengutschiffe (Bulker) spezialisiert. In der Flotte, die rund 350 Schiffe umfasst, stellen Tanker das zweitgrößte Transportkontingent. Die beiden Schiffsmärkte befinden sich immer noch in einer hartnäckigen Krise. Davon sind auch unzählige Schiffsfonds betroffen.

2012 sind die Umsätze bei der Bulk-Reederei eingebrochen und der Verlust gestiegen. Aus 4,8 Milliarden US-Dollar Einnahmen wurden am Ende 418 Millionen US-Dollar Verlust. Bereits 2011 konnte STX nicht positiv abschließen; 2010 schaffte das Unternehmen noch 70 Millionen US-Dollar Gewinn. Aufgrund der negativen Entwicklung sind die Schulden der Reederei explodiert. Die Debt-to-Equity-Ration stand Ende 2012 bei 302 Prozent.

Von der Insolvenz sind auch einige Schiffsfonds deutscher Emissionshäuser betroffen. So hat beispielsweise die Conti Holding 2010 und 2011 Schiffsfonds mit den Bulkern Conti Achat, Conti Alexandrit, Conti Almandin und Conti Ametrin aufgelegt. Die neu gebauten Schiffe wurden laut Fondsprospekte ab Ablieferung von der Baufwerft jeweils für 12 Jahre an STX verchartert. In einem Schreiben vom 13. Juni informiert Conti die Anleger. In dem Brief für die Investoren des Bulkers Conti Achat, der FONDS professionell ONLINE vorliegt, gab der Initiator an, dass STX die vertraglichen Charterraten teilweis stunden wollte, was Conti jedoch abgelehnt habe.

"In den letzten Wochen haben sich deutliche Zahlungsrückstände aufgebaut", erklärte der Initiator. Durch den Gläubigerschutz könne die Reederei ohne die Zustimmung des Gerichts keine Zahlungen leisten. Derzeit könnten wirtschaftliche Auswirkungen der STX-Pleite auf den Fonds "noch nicht seriös" getroffen werden.

In den kommenden Woche muss das Gericht entscheiden, ob über die Reederei ein Insolvenzverfahren eröffnet wird. Dann könnte der Versuch der Restrukturierung des Unternehmens unter Gläubigerschutz in Angriff genommen werden. (ae)