Über die Plattform wurden drei Fonds des Emissionshaues United Investors verkauft, teilte Fonds Finanz auf Anfrage von FONDS professionell mit. Insgesamt seien 4,4 Millionen Euro Zeichnungskapital bei den Fonds S&K Real Estate Value Added, Deutsche S&K Sachwerte und Deutsche S&K Sachwerte Nr. 2  eingereicht worden. Eine Plausibilitätsprüfung zu den S&K-Produkten habe es nicht gegeben. "Die Fonds Finanz macht generell keine Plausibilitätsprüfung", lässt Pressesprecher Thorsten Jess wissen. Allerdings habe der Maklerpool von den Produkten der Asset Trust AG und der Deutschen Sachwert Emissionshaus AG, die zum S&K-Netzwerk gehören, zu jeder Zeit Abstand genommen. Jess betont: "Wir haben die Zusammenarbeit sogar abgelehnt."

Unterdessen dürfte die Reaktion auf die Negativberichterstattung über S&K und deren maßgebliche Führungskräfte etwas zögerlich gewesen sein. Fonds Finanz hat zwar auf kritische Berichte reagiert, diese aber nach Stellungnahmen der von den Vorwürfen betroffenen Gesellschaften ad acta gelegt. "Alle Vorwürfe wurden darin plausibel erläutert und widerlegt, so dass aus unserer Sicht keine weiteren Maßnahmen vonnöten waren", begründet Jess. Eine eigene Plausibilitätskontrolle der Entgegnungsschreiben fand daher nicht statt. 

Inzwischen werden die Kreise, die der S&K-Skandal zieht, immer größer. In der vorigen Wochen sind zwei weitere Beschuldigte verhaftet wurden. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge handelt es sich um den S&K-Vertriebschef Daniel Fritsch und um Marc-Christian Schraut, der unter anderem Vorstand der S&K-Beteiligung FIHM AG ist, der die Emissionshäuser NGF Next Generatio Funds und SHB AG gehören. Damit befinden sich derzeit insgesamt acht Verdächtige in Untersuchungshaft. Es gilt die Unschuldsvermutung. 

Andeutungen aus dem Kreis von United Investors, wonach der Verdachts des Schneeballsystems durch die tatsächliche Existenz von besicherten Immobilien entkräftet sei, sind mit Vorsicht zu genießen. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt bestätigt dies auf Anfrage von FONDS professionell jedenfalls nicht. "Die Ermittlungen in dieser Sache sind noch in vollem Gange und werden noch geraume Zeit in Anspruch nehmen. Erst dann wird eine Gegenüberstellung der eingenommenen Gelder mit dem Vermögenswerten der Gesellschaften möglich sein", teilte die Staatsanwaltschaft mit. Im Übrigen dürfte der Schneeballsystemvorwurf nicht allein an der Frage, ob die S&K Gruppe tatsächlich Immobilien erworben haben, hängen. Es geht vielmehr um die Frage, mit welchem Geld die S&K Gruppe in den vergangenen Jahren welche Zahlungen getätigt hat. (ae)