Die Kapitalverwaltungsgesellschaft Hauck & Aufhäuser (H&A) liquidiert drei Fonds, die seit Mitte vergangenen Jahres eingefroren sind. Dabei handelt es sich um die Portfolios Diversified Strategic Asset Allocation Saphir 1 und 2 sowie den Fonds Saphir mit seinen drei Anteilsklassen A, B und C. Die Fonds hatten in einige nicht mehr handelbare Anleihen investiert. Wegen dieser Papiere ermittelt die Staatsanwaltschaft Mannheim gegen mehrere Personen – darunter zwei ehemalige Vorstände des Mannheimer Vermögensverwalters Performance IMC, der als Berater für die Fonds fungierte.

Die KVG begründet die Fondsauflösung damit, dass Anleger im Falle einer Wiedereröffnung der Portfolios in Scharen Anteile zurückgeben würden. "Signifikante Mittelzuflüsse werden für den Fonds hingegen nicht erwartet. Die Liquidation erfolgt somit im Interesse der Anleger", heißt es in den Kundeninformationen, die der Redaktion vorliegen.

Fondsauflösung kann sich lange hinziehen
Mit der Liquidation der Portfolios hat H&A am 15. Dezember 2017 begonnen. Wie lange sie sich hinziehen wird, ist unklar: Für die erwähnten Anleihen lassen sich keine Kurse feststellen, sie können somit nicht veräußert werden. Anleger werden also unter Umständen bis Laufzeitende auf die Rückzahlung aus den Rentenpapieren warten müssen. Die Probleme bei der Feststellung der Anleihenkurse und damit des Nettoinventarwertes der Portfolios hatten Ausschlag dafür gegeben, die Fonds einzufrieren, wie FONDS professionell ONLINE exklusiv berichtet hatte.

Die Schwierigkeiten bei der Kursstellung wiederum haben möglicherweise einen schwerwiegenden Hintergrund: Die Staatsanwaltschaft Mannheim ermitteln nämlich wegen des "Verdachts der Marktmanipulation, der Untreue und des Betrugs" gegen insgesamt elf Personen. "Gegenstand der Ermittlung ist der Verdacht, dass die Beschuldigten seit 2009 ein Firmengeflecht nutzten, um Anleihen auszugeben und diese zwischen Kapitalanlegern sowie kapitalanlegenden Fonds in abgesprochenen Geschäften an der Börse zu handeln", so die Behörde in einer Mitteilung.

Bafin löste Ermittlungen aus
Einige dieser Anleihen wiederum landeten laut der Strafverfolger auch in den drei Fonds. Nach dem damaligen Ermittlungsstand der Behörde machen diese Papiere aber nur einen Bruchteil des von Performance IMC und den Fonds insgesamt verwalteten Anlagekapitals aus. "Das gesamte Volumen der noch ausstehenden Anleihen, die aktuell Gegenstand der Ermittlungen sind, beträgt in Summe circa 26 Millionen Euro", ließ Performance IMC vergangenes Jahr in einer Stellungnahme wissen.

Die Ermittlungen angestoßen hatte die Finanzaufsicht Bafin mit mehreren Anzeigen gegen Performance IMC. Das Amtsgericht Mannheim erließ daraufhin im vergangenen Jahr Haftbefehl gegen die zwei ehemaligen Vorstände, die nach Informationen von FONDS professionell ONLINE Mitte Mai in Untersuchungshaft genommen wurden. Die beiden sind aber mittlerweile wieder auf freiem Fuß, wie die Strafverfolgungsbehörde auf Anfrage der Redaktion mitteilte. Zum aktuellen Stand des Verfahrens wollte sich die Staatsanwaltschaft nicht äußern.

Performance IMC begrüßt Fondsliquidation
Auch Performance IMC wollte zu dem laufenden Verfahren gegenüber FONDS professionell ONLINE keine Stellung nehmen. Zur Auflösung der von ihm beratenen Fonds äußerte sich der Vermögensverwalter jedoch – und zwar zustimmend: "Da nicht absehbar ist, wie lange die nicht handelbaren Anleihen, die nur einen sehr geringen Prozentsatz des Fondsvermögens ausmachen, weiterhin nicht handelbar sein werden, werden durch die Fondsschließungen die positive Wertentwicklung der Fonds gesichert und den Anteileignern Zugang zu erheblichen Teilen ihres in den Saphir-Fonds investierten Geldern gewährt", teilte Performance IMC der Redaktion mit. (jb)