Die Börsenweisheit "Sell in May and go away" sollte eigentlich präzisiert werden: "Verkaufe nicht vor Ende April!". Der anschließende Chart zeigt, dass das US-Aktienbaromter Dow Jones Industrial Averag in der langjährigen Statistik im April die durchschnittlich höchsten Erträge erzielte. Seit 1950 gewann der Dow Jones im Monat der Wetterkapriolen im Schnitt knapp zwei Prozent. Der zweitbeste Monat ist der Dezember mit circa 1,6 Prozent.

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Thomas Hupp, Spezialist für Saisonalitätsstrategien und Co-Geschäftsführer der Freiburger 4D-Vermögensverwaltung, kam in einer vor kurzem erschienenen Analyse übrigens zu dem Ergebnis, dass der April auch für die internationalen Aktienmärkte (Beobachtungszeitraum 45 Jahre) der zweitbeste Monat war (Nr. 1 ist der Dezember).

"Marktteilnehmer sind schlecht gelaunt"
Die vorliegende Dow-Jones-Auswertung widerlegt übrigens auch die These, dass zwischen Mai und November nichts verdient werden könne. Für den Dow ist der Juli mit einem durchschnittlichen Plus von 1,1 Prozent der viertbeste Monat des Börsenjahres.

Dass man vor allem im Herbst mit Börsencrashs rechnet, ist ein Phänomen, über das auch Experten nur Vermutungen anstellen können. Offenbar verhalten sich die Anleger am Ende der Sommerferien besonders irrational. "Man kann es etwas salopp so formulieren, dass die Marktteilnehmer schlechter gelaunt sind, wenn die Tage kürzer werden, kein Risiko mehr eingehen wollen und daher Aktien verkaufen", sagte Hupp in einem Interview mit FONDS professionell ONLINE.

Ob der April 2015 ein guter Monat wird, bleibt abzuwarten. In 28 Tagen werden wir es wissen... (jb)