Aktien sind für die Privatbank M.M. Warburg trotz steigender Kurse immer noch interessant. Anlagealternativen auf der Rentenseite würden immer unattraktiver – "aus einem risikolosen Zins ist ein zinsloses Risiko geworden", so die Strategen. Die Dividendenrendite von Aktien liege deutlich über der Rendite von Staatsanleihen oder Unternehmensanleihen, so dass auch Investoren mit einem Bedürfnis nach stetiger Ausschüttung an Aktien nicht mehr vorbeikämen. Daher spreche viel für eine weiterhin hohe Gewichtung von Aktien.

Auf der Anleiheseite habe die Ankündigung und die Umsetzung des erweiterten Anleihekaufprogramms der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht nur zu sinkenden Renditen geführt. Der Nachfrageschub durch die EZB habe zudem die Kapitalmarktteilnehmer, vor allem große Kapitalsammelstellen wie Versicherer und Pensionskassen, an das lange Ende der Zinsstrukturkurve getrieben. Der Renditeabstand zwischen zehn- und 30-jährigen Bundesanleihen habe sich in den ersten 80 Tagen des laufenden Jahres nahezu halbiert: Nach 85 Basispunkten zu Jahresbeginn belaufe sich der Abstand aktuell auf nur noch rund 40 Basispunkte. Einen deutlich niedrigeren Wert hatte es M.M. Warburg zufolge zuletzt vor mehr als sechs Jahren gegeben. 

Anleihen mit langer Laufzeit weisen die beste Performance auf
Dennoch werde sich dieser Trend fortsetzen und Papiere mit sehr langer Laufzeit die beste Performance aufweisen, erwarten die Strategen der Privatbank. Dabei sei man sich durchaus dessen bewusst, dass Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren eine Rendite von weniger als 0,2 Prozent aufweisen und selbst Bundesanleihen mit einer Restlaufzeit von 30 Jahren nur noch eine magere Rendite von 0,6 Prozent abwerfen. Inzwischen müsse man als Investor eine Bundesanleihe mit einer achtjährigen Laufzeit kaufen, um überhaupt noch eine marginal positive Rendite zu erhalten. (fp)