Der Sektor nichtzyklischer Konsumgüter konnte über viele Jahre hinweg besser abschneiden als der breite Aktienmarkt. Doch damit dürfte bald Schluss sein, sagt Scott Meech, Portfoliomanager der Union Bancaire Privée (UBP). "Bis vor Kurzem zeichneten sich Unternehmen aus diesem Segment durch stabile und gut prognostizierbare Erträge aus. In letzter Zeit haben diese Unternehmen jedoch mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen", erklärt Meech.

So zehrt das veränderte Konsumverhalten an den Umsätzen großer Marken, denen die Konkurrenz durch neue Marktakteure zu schaffen macht. Dank sozialer Medien kommen diese neuen Marktteilnehmer mit geringeren Marketingausgaben aus, was den Markteintritt in diesem Sektor erleichtert. Gleichzeitig ist gegenüber früher ein Vertrauensverlust bei den Verbrauchern in Bezug auf die großen Marken im Bereich nichtzyklischer Konsumgüter zu beobachten. "Die herkömmlichen Maßnahmen zum Aufbau einer starken Marke, insbesondere ein hohes Werbebudget, greifen immer weniger", sagt der Portfoliomanager. Erschwerend kommt hinzu, dass sich Nischenmarken durch Nutzung kostengünstiger Kommunikationsmittel wie Instagram und Twitter erfolgreich am Markt etablieren können. 

Existenzbedrohende Entwicklungen
Im schlimmsten Fall gefährdeten diese Entwicklungen die Existenz vieler Unternehmen nichtzyklischer Branchen, warnt Meech. In der Vergangenheit haben große Marktakteure kleine Konkurrenten oft aufgekauft. Allerdings ist diese Strategie nicht ohne Risiko, da die Übernahmeziele hoch bewertet sind und die sich ergebenden Synergien ungleich verteilt sein können. Investoren sollten sogenannte defensive Aktien künftig vorsichtiger betrachten: "Der Sektor ist teuer bewertet, wenn man die Verschlechterung der Fundamentaldaten berücksichtigt", sagt Meech. (fp)