Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) hat bei dem Landgericht München Klage gegen Check24 eingereicht. Die Richter sollen klären, ob das Vergleichsportal gegen das Gesetz des unlauteren Wettbewerbs verstößt, wie der BVK in einer Pressemitteilung schreibt.

Der Verband ist der Ansicht, dass das Geschäftsgebaren von Check24 zu Marktungleichbehandlungen von Onlinevergleichsportalen und Versicherungsvermittlern bzw. -maklern führt (lesen Sie dazu auch den Kommentar "Abmahnung für Internet-Makler: Ein Weckruf an die Politik" von FONDS professionell-Redakteur Jens Bredenbals). Zuvor hatte der Verband dem Münchner Unternehmen im Juni eine Frist bis zum 10. Juli "zur Beseitigung der Missstände" eingeräumt, die Check24 offensichtlich nicht eingehalten hat.  

Der BVK fordert daher eine Gleichbehandlung aller Marktteilnehmer. "Auch für die Internetportale, die Versicherungen vermitteln, müsse gelten: die deutliche Übermittlung der Statusinformation als Versicherungsvermittler in verständlicher Textform beim ersten Geschäftskontakt, die Durchführung einer individuellen Leistungs- und Bedarfsanalyse zur Identifizierung des Kundenwunsches und seiner Bedürfnisse sowie eine umfassende individuelle Beratung", heißt es wörtlich in der Pressemitteilung des BVK.

Direktkanäle gewinnen Marktanteile
Der Streit zwischen den Parteien ist für die Branche von Interesse, weil im Versicherungsbereich Onlinevertriebskanäle wie Vergleichsportale zulasten der niedergelassenen Makler und Vermittler immer größere Marktanteile erobern. Die Onlinevertriebskanäle sind nach der bisherigen Rechtsauffassung von den Vorgaben des Paragraf 61 Versicherungsvertragsgesetz hinsichtlich der Beratungspflichten ausgenommen. (jb)