Privatanleger mit Aktienfonds haben in den vergangenen 30 Jahren im Schnitt 7,4 Prozent pro Jahr schlechter abgeschnitten als der US-Aktienmarkt S&P 500. Zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung der Analysefirma Dalbar aus Boston, die kürzlich die neueste Version der Studie "Quantitative Analysis of Investor Behavior (QAIB)" vorgelegt hat. Die Daten der ersten QAIB-Auswertung reichen bis 1984 zurück.

Demnach kommt der S&P 500 seit 1984 auf eine annualisierte Rendite von 11,1 Prozent, während US-Anleger mit Aktienfonds im Schnitt nur 3,7 Prozent verdienten. Auf Sicht von 20 Jahren hinkt der durchschnittliche Investor dem breiten Markt um 4,2 Prozent pro Jahr hinterher, auf Sicht von zehn Jahren schrumpft der Abstand auf 1,5 Prozent. Doch auch das zeigt, wie schwer sich Privatanleger tun, einfach nur die Marktrendite zu verdienen. Zuletzt wurde der Abstand sogar wieder größer: In den drei Jahren bis Ende 2013 legte der S&P 500 um annualisiert 16,2 Prozent zu, der Durchschnittsanleger verdiente aber bloß 10,9 Prozent (siehe Grafik).

Auch Rentenfondsanleger schneiden schlecht ab
Dalbar stützt sich auf Daten des Investment Company Institute und berücksichtigt neben den Kosten der Produkte auch die Zu- und Abflüsse der Fonds. Weil die meisten Anleger zu ungünstigen Zeitpunkten ein- und aussteigen, schneiden sie oft deutlich schlechter ab, als wenn sie langfristig investiert geblieben wären. Dazu kommt, dass die meisten aktiv verwalteten Fonds dem breiten Markt allein wegen ihrer Kosten klar hinterherhinken (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Das schlechte Abschneiden der Privatanleger trifft im Übrigen nicht nur auf Aktienfonds zu, sondern auch auf Rentenfonds. Auf Sicht von fünf Jahren "verschenkten" Investoren im Schnitt gut zwei Prozent pro Jahr, seit Studienbeginn 1984 sind es sogar sieben Prozent (siehe Grafik).

Häufiges Umschichten "einer der größten Performance-Killer"
"Einer der größten Performance-Killer besteht darin, dass Privatanleger zu häufig umschichten", betont der Münchener Vermögensverwalter Hannes Peterreins. "Gemäß der Analyse von Dalbar werden die meisten Fonds bereits nach zwei bis vier Jahren wieder verkauft. Dazu kommt, dass private Investoren bei ihren Anlageentscheidungen zu emotional handeln und deswegen allzu häufig exakt zum falschen Zeitpunkt kaufen oder verkaufen."

Peterreins kritisiert auch die Art und Weise, wie Privatanleger Investmentprodukte auswählen. "Typischerweise selektieren sie diejenigen Fonds, die in der Vergangenheit gute Ergebnisse erzielt haben. Mit dem Glauben, dass Fonds, die in der Vergangenheit gut waren, es auch in der Zukunft sein werden. Leider ist das ein teurer Irrglaube." Viele institutionelle Investoren begingen dieselben Fehler, so Peterreins.

Disziplin gefragt
Der Vermögensverwalter empfiehlt, mit großer Disziplin an einer vernünftig festgelegten Anlagestrategie festzuhalten. "Außerdem sollten Anleger keine Entscheidungen danach treffen, was in der Vergangenheit gut oder schlecht gelaufen ist", so Peterreins. (bm)