Die Zahl der deutschen Depotbanken für Vermögensverwalter wird in den kommenden Jahren arg schrumpfen. Diese Meinung vertritt Jens Hagemann, Vorstandschef der auf Vermögensverwalter spezialisierten V-Bank in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg, über das die "Welt" berichtet. 

"Um als Depotbank für Vermögensverwalter profitabel zu sein, braucht man unter den heutigen Marktverhältnissen mindestens zehn Milliarden Euro an verwaltetem Kundenvermögen. Die meisten Marktteilnehmer liegen unter dieser Grenze", wird Hagemann in der Welt zitiert. Letztlich handele es sich um ein Skalengeschäft. Wer die kritische Größe nicht erreiche, werde daran langfristig keine Freude haben, erklärt Hagemann. Die Wertschöpfung liege  hauptsächlich beim Vermögensverwalter – "Depotbanken ernähren sich lediglich von den Krümeln".

Mit dieser Meinung steht Hagemann laut dem Artikel nicht alleine. So erwartet auch Hauck & Aufhäuser eine Konsolidierung in diesem Bereich. Die Berenberg Bank äußerte sich dagegen vorsichtiger: Zwar werde wohl keine weitere Gesellschaft den Kreis der derzeit etwa zehn Depotbanken für Vermögensverwalter vergrößern. Eine Marktbereinigung werde es aber auch nicht geben. (jb)