Aktien bleiben die Assetklasse der Wahl in diesem Jahr – mit kleinen Einschränkungen. So lautet das Fazit einer Podiumsdiskussion zwischen Christoph Bruns, Vorstand der Investmentboutique Loys, Andreas Grünewald, dem Vorstand des Münchner Vermögensverwalters FIVV und Peter Dreide, Co-Geschäftsführer der TBF Global Asset Management auf dem FONDS professionell KONGRESS 2016 im Mannheimer Rosengarten.

Starmanager Bruns wies in der von n-tv-Moderatorin Corinna Wohlfeil geleiteten Diskussion, zu welcher der Verband unabhängiger Vermögensverwalter (VuV) eingeladen hatte, auf das Problem der historisch niedrigen Zinsen hin. "Das Geld fragt sich doch, wohin soll ich gehen? Es bleiben nur Aktien", so Bruns. Mischfonds seien jedenfalls keine Alternative. Der Fondsmanager führte neben dem Grunddilemma noch andere Pro-Argumente für Aktien ins Feld: So gebe es großartige Chancen auf dem Markt. Daher sollten Anleger sich auch nicht von dem Auf und Ab an den Börsen irritieren lassen.

Wendepunkt irgendwann 2016
Auf eben die aktuelle Lage an den Börsen und eine Weltwirtschaft im Kriechgang wies zuvor Dreide hin: "Wir haben einen Bärenmarkt. So ist der Manufactoring Index in den USA unten, das Wachstum in China schwach und die Welt vom niedrigen Ölpreis gefangen, da die Konsumenten das an der Tankstelle gesparte Geld nicht ausgeben." Allerdings glaubt Dreide auch, dass 2016 der Wendepunkt kommen werde. Dann werde auch er wieder verstärkt in Aktien gehen.

Andreas Grünewald setzt wie Bruns voll auf die Karte Aktien – und wagt sogar eine Prognose: "Der Dax steht Ende des Jahres bei 11.500 Punkten." Im Gegensatz zu Dreide ist der Vorsitzende des VuV nicht pessimistisch, was die Märkte und die Wirtschaftslage angeht: "Man darf sich nicht von den aktuellen Informationen irritieren lassen. Meiner Meinung nach freuen sich 85 Prozent der Konsumenten über den niedrigen Ölpreis und geben das so gesparte Geld auch aus." Der Münchener Vermögensverwalter ist daher auch für die wirtschaftliche Entwicklung weitgehend optimistisch, zumal die Inflation niedrig sei und es keine Probleme mit dem Euro gebe. Für China sieht er das Glas ebenfalls halb voll: "China wächst mit mindestens sechs Prozent pro Jahr!" Daher sei das Umfeld für Aktien toll.

Anleihen weitestgehend chancenlos
Moderatorin Wohlfeil hakte im Laufe der Diskussion auch nach, ob die drei Experten Chancen bei Anleihen sähen. Die Antworten waren klar: Eher nein. Dreide wies darauf hin, dass gerade im Hochzinsbereich derzeit rund 200 Millionen US-Dollar zur Refinanzierung anstünden und dass vielen Firmen Probleme haben, die zu stemmen. Ein paar wenige Ausnahmen gäbe es aber. Grünewald sieht höchstens bei Unternehmensanleihen gewisse Chancen. Allerdings müssten sich die Anleger hier mit im Vergleich zu Aktien mit geringeren Renditen zufrieden geben – wenngleich mit höheren als bei Staatsanleihen. Die Antwort von Bruns war eindeutig: "Schwellenländer-Anleihen wurden vielfach empfohlen, sind aber wie Unternehmensanleihen zu riskant für Privatanleger."

Aber auch in anderen Bereichen sehen Grünewald und vor allem Dreide Investitionsmöglichkeiten. Letzter nannte Rohstoffe einen "klaren Call". Der VuV-Chef plädiert für eine gewisse Allokation in Gold, da "man nicht weiß, was kommt." Einzig Bruns bleibt dabei: Aktien sind alternativlos! (jb)