Magere Renditeaussichten, drohende Wertverluste, riesige Klumpenrisiken: Hannes Peterreins, Inhaber der Münchener Vermögensverwaltung Dr. Peterreins Portfolio Consulting, legt dar, warum er wenig von Investitionen in Mietshäuser hält. (bm)


Kunden suchen immer wieder meinen Rat mit Bezug auf Immobilien. Gerade in den letzten Jahren stürzen sich Anleger förmlich auf diese Anlageklasse. Ich selbst rate hingegen meistens davon ab, sich eine Immobilie anzuschaffen. Und zwar aus folgenden Gründen.

Sehr häufig rechnet sich eine Immobilie nicht. Letztens beispielsweise wollte ein Kunde eine Wohnung in München erwerben und vermieten. Die Mietrendite liegt bestenfalls bei 2,5 Prozent, fremdfinanziert hätte das der Kunde mit einem Kredit, der ihn 1,7 Prozent Zinsen gekostet hätte. Nun kommen aber noch die laufenden Nebenkosten. Diese belaufen sich, je nachdem, auf 1,5 bis 2,5 Prozent pro Jahr. Die Netto-Mietrendite dürfte also bei etwa einem Prozent liegen, vielleicht sogar darunter. Finanziert man nun eine Geldanlage, die absehbar ein Prozent Rendite bringt, mit einem Kredit, der 1,7 Prozent Zinsen kostet, so ist das aus dem Stand ein Minusgeschäft.

Vielleicht genau deswegen erlebe ich es auch immer wieder, dass bei mir Anleger aufschlagen, die mit ihren Immobilieninvestments bitter gescheitert sind. Es ist unglaublich, in welche Desaster manche Menschen wegen ihrer fremdfinanzierten Immobilien geraten. Daher kann ich es beim besten Willen nicht verstehen, wenn immer wieder behauptet wird, Immobilien seien eine sichere Geldanlage. Meine langjährige Erfahrung lehrt mich etwas anderes.

Zumal Immobilien beileibe nicht immer nur an Wert steigen können. Gemäß Gerd Kommers Buch "Kaufen oder Mieten?" hatten deutsche Wohnimmobilien von 1994 bis 2009 inflationsbereinigt einen kumulativen durchschnittlichen Verlust von 22 Prozent.

Das Schlimmste aber ist, dass den meisten Privatanlegern mit Immobilien keine Risikostreuung möglich ist. Sie geben in der Regel ihr gesamtes Vermögen samt Fremdfinanzierung in ein einziges Objekt. Das ist, vom Gesichtspunkt der Risikostreuung betrachtet, eigentlich der helle Wahnsinn: Alles wird auf eine Karte gesetzt. Man überlege sich nur, wie man über einen Anlageberater denken würde, der einem rät, all sein Geld in eine einzige Aktie, zum Beispiel die BMW-Aktie, zu investieren. Wäre das nicht verrückt? Und warum soll dieselbe einseitige Wette bei Immobilien nicht verrückt sein?