Value-Investing ist eine der erfolgreichen Strategien für Überrenditen, sagt Uwe Zimmer, Geschäftsführer des Vermögensverwalters Fundamental Capital. Das liegt vor allem am effizienten Einsatzes des Kapitals: Weil man Value-Investing stets langfristig betreibt, fallen niedrigere Investitionskosten an als bei anderen Strategien. Man handelt dabei auch nicht so häufig wie bei anderen Investmentansätzen.

"Außerdem sind Value-Investoren antizyklisch", sagt Zimmer. Die attraktivsten Investmentmöglichkeiten lassen sich oft in wirtschaftlich schweren Zeiten finden, wenn solide Unternehmen in den allgemeinen Abwärtsstrudel gerissen werden und dementsprechend preiswert zu haben sind.

Stimmung treibt Aktien – aber nur kurzfristig
Kurzfristig ist der Markt ein Stimmungsbarometer, das rasch und manchmal heftig auf Meinungen und Einschätzungen reagiert, sagt Zimmer. So kann das Wort eines US-Präsidenten schon einmal die Börsen zum Wackeln bringen, wie bei den Drohungen gegen Nordkorea, oder umgekehrt zum Jubeln, wie bei der Ankündigung der US-Steuerreform. "Die Kurse einzelner Aktien werden dann von der allgemeinen Stimmung bestimmt", sagt Zimmer.

Selbst gute Unternehmen werden kollektiv mit abgestraft, wenn der gesamte US-Markt oder eine bestimmte Branche in den Keller geschickt wird. Umgekehrt können selbst mittelprächtige Firmen im Wert steigen, wenn die Stimmung gut ist, so der Kapitalmarktprofi. Solche Preisverwerfungen sind allerdings nicht von langer Dauer – und für Value-Investoren deshalb irrelevant.

Risiken kontrolliert reduzieren
Auf lange Sicht nähern sich Preis und wirklicher Wert von Unternehmen an – und Investoren können durch das Aussitzen von Stimmungsschwankungen von Wertzuwächsen profitieren. "Echten Erfolg kann nur derjenige haben, der das Gegenteil der Mehrheit macht", sagt Zimmer. Das sei der Grund dafür, dass aktive Value-Strategien passiven Strategien überlegen seien.

Value-Investing verringere außerdem das Verlustrisiko. Wenn Wertpapiere zu einem Preis unter dem wahren Wert gekauft werden, ist der Spielraum für menschliche Fehler, Krisen oder extreme Marktvolatilität größer, erinnert Zimmer. "Damit erhöht sich nicht nur die Chance auf eine langfristige und erfolgreiche Rendite, sondern Risiken werden kontrolliert reduziert", sagt der Vermögensverwalter. (fp)