Der US-Wirtschaftsmotor weist eine höhere Drehzahl auf als der europäische – und die Fed könnte womöglich schon im Frühjahr 2015 die Zinswende einläuten, während die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins sogar noch mal nach unten anpassen könnte. Dennoch zeigt sich der Euro gegenüber dem US-Dollar seit Monaten mehr als stabil. Für Europa wird die starke Gemeinschaftswährung immer mehr zum Problem.

"Ernste Sorge" wegen starkem Euro
Am Wochenende hatte EZB-Chef Mario Draghi auf der Tagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington erklärt, die Stärke der europäischen Gemeinschaftswährung erfordere weitere Konjunkturfördermaßnahmen. Weitere Vertreter der EZB äußerten sich ähnlich wie Draghi. Frankreichs Zentralbankchef Christian Noyer bezeichnete den starken Euro als eine "ernste Sorge", während Bundesbankpräsident Jens Weidmann erklärte, der Wechselkurs spiele eine Rolle bei der Inflationsbewertung der EZB und die Geldpolitiker erwägten seine Auswirkungen. In der vergangenen Woche hatte der Euro gegenüber dem Dollar den stärksten Gewinn seit sechs Monaten verzeichnet.

Der Dollar hingegen erhielt von der Erwartung anziehender Einzelhandelsumsätze in den USA Rückenwind. Für März erwarten Volkswirte einen Anstieg von 0,9 Prozent beim Einzelhandelsumsatz gegenüber dem Vormonat – das wäre das deutlichste Plus seit September 2012. Der Konsum trägt in den USA 70 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. (mb)


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