Wenn sich Fondslenker mit Top-Managern aus Unternehmen treffen, geht es meist um nüchterne Fakten wie Umsatz, Gewinn oder Investitionen. Künftig nehmen die Gespräche aber auch eine philosophische Wendung. Dann könnten auch Fragen aufkommen wie: Wie verbessert Ihr Unternehmen die Welt?

Denn eine Gruppe von zehn Asset Managern haben sich auf acht Fragen geeinigt, die sie den Unternehmen stellen wollen, in die sie investieren. Dies berichtete die Wirtschaftszeitung "Financial Times". Zu den Fondsanbietern zählen Branchengrößen wie Schroders, Axa Investment Management oder auch kleinere Häuser wie Hermes. Insgesamt verwaltet die Gruppe ein Vermögen von acht Billionen Dollar.

Sinnstifter gesucht
Die acht Fragen sollen als Leitfaden dienen, um die Unternehmen zu mehr nachhaltigem Handeln anzuleiten – gerade mit Blick auf Skandale wie etwa des Daten-Desasters beim sozialen Netzwerk Facebook. So sollen die Firmenlenker etwa künftig aufzeigen, welche positiven und welche negativen Effekte ihr unternehmerisches Handeln auf die Gesellschaft hat. Zwar klopfen auch bislang bereits einige Fondsgesellschaften das Thema Corporate Governance, also "gute Unternehmensführung", mit eigenen Fragebögen ab. Oftmals wird das Thema aber als reine PR-Aktion abgetan.

"Jahrelang war für Aktionäre der Unternehmenswert das Größte", sagte Leon Kamhi von Hermes der Financial Times. "Wie die Firmen sich gegenüber Kunden, Mitarbeitern und der Gesellschaft insgesamt verhielten, wurde vernachlässigt. Das holt die Unternehmen jetzt ein."

Die Gruppe kann sich auf einen prominenten Vorredner stützen. Blackrock-Chef Larry Fink fordert jedes Jahr bei den Unternehmen verantwortungsvolles Handeln ein. Ohne einen sinnstiftenden Daseinsgrund könne kein Unternehmen sein volles Potenzial entfalten, argumentiert Fink stets. (ert)