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22.02. | 2012

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Billionen-Bond-Betrug: Italiens Polizei vereitelt GAU für Finanzmärkte

Der italienischen Polizei ist ein spektakulärer Schlag gegen kriminelle Mafia-Fälscherbanden geglückt. Vor wenigen Tagen fing sie im Zuge einer als "Operation Vulcanica"  titulierten Razzia eine riesige Menge falscher US-Anleihen ab, die – sofern der Schwindel geklappt hätte – durch ihre Volumina zu einer "ernsten Bedrohung der internationalen Finanzstabilität" hätten führen können, wie es von Seiten der italienischen Polizei hieß.

Insgesamt sollen die Papiere, die vermutlich in Hongkong gedruckt und in Zürich zwischengelagert wurden, einen Wert von über sechs Billionen Dollar aufweisen – und damit mehr als Deutschland in einem Jahr erwirtschaftet und halb so viel, wie die USA Schulden haben. Ein großer Teil des Geldes wurde in drei Boxen in Zürich sichergestellt, ein anderer in Rom.

Insgesamt wurden landesweit acht Männer festgenommen, denen vorgeworfen wird, einen großangelegten internationalen Betrug mit gefälschten US-Bonds  geplant zu haben, wie die Polizei in der süditalienischen Provinzhauptstadt Potenza mitteilte. Drei von ihnen sitzen aktuell in Untersuchungshaft.

Der Plan der Männer war es offenbar, die falschen US-Bonds in Länder der Dritten Welt weiterzuverkaufen und von einem Teil des damit eingenommenen Geldes Plutonium auf dem nigerianischen Schwarzmarkt zu kaufen, wie Giovanni Colangelo, der Staatsanwalt von Potenza gegenüber der New York Times sagte.  Dies sei aus abgehörten Telefongesprächen hervorgegangen. Die Papiere waren mit einem Ausgabedatum 1934 versehen, trugen die Aufschrift "Federal Reserve System" und "Chicago" und wurden in 6000 Tranchen mit einem Nennwert von bis zu einer Milliarde Dollar aufgeteilt.

Keine existierenden Orginale
Wirklich gefälscht waren die Anleihen allerdings eigentlich nicht, wie die US-amerikanische Botschaft in Rom nach Prüfung der beschlagnahmten Anleihen verlauten ließ, denn der Milliarden-Betrag, der auf jede einzelne Anleihe aufgedruckt war, entspricht nicht jenen, wie es sie in der Realität gibt. Hier beträgt die höchste Tranche, die 1934, nach dem Ende der Weltwirtschaftskrise ausgegeben wurden, lediglich 100.000 Dollar – wobei diese Anleihen selbst aber nie in den freien Handel kamen, sondern vielmehr der US-Notenbank Fed und ihren Mitgliedsbanken als Zahlungsmittel untereinander diente, wie die 'Süddeutsche Zeitung' schreibt. Es handele sich insofern korrekt um fiktive Phantasieprodukte, denen kein Original zugrunde liegt.

Eidgenossen brachten Italiener auf die Spur
Die italienische Polizei wurde von Schweizer Kollegen auf die Spur der Verbrecher gebracht, die von den astronomischen Nennwerten der Bonds schon vor Monaten alarmiert worden waren. Die Eidgenossen hatten sich in der Konsequenz mit den italienischen Behörden kurzgeschlossen und kooperiert und die Ermittlungen schließlich sukzessive an diese übergeben.  

Fälschungsversuch mit Déjà-vu-Charakter
Es ist nicht das erste Mal, dass in Italien versucht wurde, mit fiktiven US-Anleihen zu Kasse zu machen und auch in anderen Ländern Europa sind entsprechende Fälle bekannt  – und das nicht zu knapp. So werden pro Jahr rund 100 Betrugsversuche mit US-Wertpapieren und anderen US Finanzinstrumenten aufgedeckt, wie US-Behörden berichten, wobei meist aber kleinere Volumina im Spiel sind, als im aktuellen Fall, der sich in die Annalen der größten Betrugsversuche aller Zeiten einreihen kann.

Zwei größere Skandale auf italienischem Terrain gab es im Jahr 2009, wo Lieferungen von US-Anleihen im Nennwert von über 116 und 134 Milliarden Dollar beschlagnahmt wurden. Auch diese Papiere waren auf 1934 ausgestellt gewesen und stammen möglicherweise aus dem gleichen Bestand, wie die jetzt beschlagnahmten falschen US-Bonds. (ir)

Quelle:FONDS professionell

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