Der Skandal um Cum-Ex-Geschäfte hat einen größeren Schaden verursacht als bisher gedacht, berichten mehrere Medien unter Berufung auf Berechnungen das Bundesfinanzministerium. Ein Untersuchungsausschuss des Bundestags war zunächst davon ausgegangen, dass dem Fiskus rund eine Milliarde Euro entgangen seie. Mittlerweile ermitteln Steuerfahnder und Staatsanwälte allerdings in 417 Fällen, bei denen es um insgesamt 5,3 Milliarden Euro geht.

Cum-Ex-Geschäfte galten lange als anrüchig, aber legal. Seit einigen Jahren werden sie indes als Steuerhinterziehung gewertet. Ein abschließendes Urteil der Justiz steht noch aus.

Für die betroffenen Banken wird es trotzdem ernst: Die Staatsanwaltschaft Köln hat mehrere Geldhäuser in Deutschland und anderen Staaten aufgefordert, bei den Ermittlungen zu kooperieren und zudem den entstandenen Steuerschaden wiedergutzumachen. Wer sich querstellt, muss mit Gefängnisstrafen rechnen.

Finanzämter melden erste Rückzahlungen
Bei Cum-Ex-Deals handelten Banken um den Dividenden-Stichtag herum Aktien mit und ohne Ausschüttungsanspruch und ließen sich die einmal gezahlte Kapitalertragsteuer von den Finanzämtern mehrmals erstatten. Das Steuerschlupfloch wurde erst vor wenigen Jahren vollständig geschlossen. Dem Bundesfinanzministerium zufolge haben Finanzämter mittlerweile 2,4 Milliarden Euro von diversen Banken zurückbekommen oder gar nicht erst ausgezahlt. (fp)