Die Vorstände der Hamburger Sparkasse (Haspa) verdienen erheblich mehr Geld, als bisher bekannt war. Dies berichtet "Finanz-Szene.de". Der Offenlegungsbericht der Haspa Finanzholding, den das Online-Portal unter die Lupe genommen hat, zeige, dass sechs Spitzenkräfte der größten deutschen Sparkasse 2016 eine Gesamtvergütung von über einer Million Euro eingestrichen haben. Einer der Topmanager soll sogar auf eine Summe zwischen 1,5 und zwei Millionen Euro gekommen sein.

Einer Haspa-Sprecherin zufolge solle es sich bei den Spitzenverdienern um fünf Vorstände der Hamburger Sparkasse und um einen bereits ausgeschiedenen Vorstand der Haspa Finanzholding handeln. Die Holding hält sämtliche Anteile der Sparkasse, betreibt aber selbst kein operatives Geschäft.

Die Gehälter der Manager überstiegen die bisher öffentlich bekannten Summen deutlich, schreibt "Finanz-Szene.de". Dem Geschäftsbericht zufolge erhielten die fünf Haspa-Vorstände eine Vergütung von zusammengerechnet 2,9 Millionen Euro. Der Offenlegungsbericht weist hingegen addiert mindestens 5,5 Millionen Euro aus.

Stattliche Pensionszusagen
Die Differenz zwischen den aufgeführten Summen soll sich laut der Sprecherin aus der Doppelfunktion der Manager als Vorstände der Hamburger Sparkasse und der Haspa Finanzholding ergeben, berichtet das Online-Portal. In beiden Funktionen wurden die Führungskräfte vergütet. "Finanz-Szene.de" erkennt jedoch einen weiteren Grund: Der Offenlegungsbericht berücksichtigt – im Unterschied zum Geschäftsbericht – die gebildeten Pensionsrückstellungen, die augenscheinlich stattlich ausfallen.

Hohe Pensionszusagen für Vorstände sind bei deutschen Sparkassen durchaus üblich. Der Grund: Bis Mitte der 1970er Jahre hatten die Topmanager Beamtenstatus. Aus dieser Tradition lassen die Institute bis heute viel Geld in die Altersvorsorge ihrer Vorstände einfließen, erläutert "Finanz-Szene.de". Angesichts der millionenschweren Vergütungen bei der Haspa stelle sich aber die Frage, ob extrem hohe Pensionsrückstellungen im öffentlich-rechtlichen Bankensektor in Zeiten dauerhafter Niedrigzinsen wirtschaftlich noch zu verantworten sind. Immerhin müssen die Institute immer höhere Summen zurücklegen, damit die Vorstände als Ruheständler die zugesagten Altersgelder auch erhalten.

Offenbar kein Ausnahmefall
Die hohen Gehälter der Haspa-Topmanager im Jahr 2016 scheinen "Finanz-Szene.de" zufolge kein Sonderfall gewesen zu sein. Der Offenlegungsbericht der Finanzholding für 2015 zeige, dass auch in diesem Jahr bereits sechs Spitzenkräfte die Grenze von einer Million Euro überschritten hatten. Einer von ihnen habe auch damals die Marke von 1,5 Millionen Euro geknackt. (am)