Deutet sich hier etwa die nächste Runde im globalen Fusionsmarathon der Fondsindustrie an? Jedenfalls hat Branchenprimus Blackrock angeblich ein Auge auf Eurizon geworfen, den mit rund 314 Milliarden Euro an verwaltetem Kundenvermögen zweitgrößten Asset Manager Italiens. Der US-Fondsgigant ist nach einem Bericht der "Financial Times" (FT) zunächst an einer Minderheitsbeteiligung an Eurizon interessiert, um seinen Einfluss auf dem italienischen Fondsmarkt auszubauen, der vertriebsseitig stark von Banken und Versicherungsgesellschaften geprägt wird. 

Offenbar, so das Kalkül von Blackrock-Chef Larry Fink, hofft der US-Manager über die Beteiligung an Eurizon Zugang zum Bankennetzwerk der Eurizon-Mutter Intesa Sanpaolo Group zu bekommen. Der italienische Vermögensverwalter wiederum möchte laut dem Bericht der FT durch die Beteiligung Blackrocks Zugriff auf internationale Kunden erhalten.

Unterschiedliche Vorstellungen über die Höhe der Beteiligung
Hauptthema der Gespräche ist denn auch eine gegenseitige Vertriebsvereinbarung. Beide Seiten verhandeln der FT zufolge schon seit mehreren Monaten miteinander, die Gespräche sind aber in den vergangenen Wochen wegen der aktuell prekären politischen Situation in Italien auf Eis gelegt worden. Ein weiterer Grund dafür sind unterschiedliche Vorstellungen über die Höhe der Beteiligung: Blackrock hätte gerne einen Anteil von zehn Prozent an Eurizon. Tommaso Corcos, Vorstandschef des italienischen Fondsmanagers, möchte gerüchtehalber aber nur eine Tranche von fünf Prozent in die Hände von Fink & Co. geben.

Blackrock hat seit vergangenem Jahr einige Beteiligungen an Finanzdienstleistern erworben. Unter anderem hält der Fondsriese Anteile am deutschen Robo-Berater Scalable Capital, kaufte den US-amerikanischen Experten für alternative Investments, Tennenbaum Capital Partners, und übernahm den IT-Anbieter Cachematrix. (jb)