Der Robo-Berater Cashboard hat Insolvenz beantragt. Nun wird dem Vernehmen nach entschieden, ob das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durch Cashboard erfolgt oder ob der vorläufige Insolvenzverwalter, der Berliner Rechtsanwalt Torsten Martini, die Angelegenheit übernimmt.

Wie auch immer die Abwicklung erfolgt: Cashboard-Kunden müssen keine Sorgen um ihr Geld haben, wie FONDS professionell ONLINE in Erfahrung bringen konnte. "Anleger haben nichts zu befürchten“, meint Udo Brinkmöller, Partner der Kanzlei BMS Rechtsanwälte in Düsseldorf, auf Basis der bislang bekannten Sachlage. "Nur eine Betreuung der Musterportfolios findet nicht mehr statt. Die Wertpapierdepots der Anleger sind nicht unmittelbar betroffen.“

Cashboard ist Haftungsdachnehmer
Aber der Reihe nach: Cashboard hat als sogenannter vertraglich gebundener Vermittler offiziell Anlagevermittlungen im Auftrag der HPM Hanseatischen Portfoliomanagement erbracht, die über eine Erlaubnis gemäß Paragraf 32 Kreditwesengesetz verfügt. Kunden von Cashboard haben ihren Betreuungsvertrag damit offiziell mit der HPM abgeschlossen. Die Kundendepots selbst werden bei der Ebase in München geführt. Die Anlagen – in diesem Fall ETFs – sind damit auf jeden Fall dem Zugriff von Cashboard oder HPM entzogen und damit von der Insolvenz nicht betroffen.

Cashboard hat aber die Kundenportfolios, die einem der vier Musterstrategien zugeordnet sind, regelmäßig überwacht und Kauf- oder Verkaufsempfehlungen gegeben, die Kunden selbst bestätigen und ausführen mussten. Diese Orders hat die HPM dann an die Ebase weitergeleitet, damit im Wertpapierdepot des Kunden entsprechende Transaktionen vorgenommen werden. Diese Empfehlungen fallen im Moment natürlich weg. Kunden können sich nun überlegen, ob sie bei der HPM bleiben möchten, zu einem anderen Robo-Berater wechseln oder die Depots ab jetzt selbst betreuen.

Drei aus Kundensicht wichtige Fragen
Aus Kundensicht gibt es daher drei wichtige Punkte zu klären: Ist HPM nun in der Pflicht, die Depots zu betreuen? Oder wird der Vertrag mit der Insolvenz des Tied Agent unmittelbar aufgelöst? Oder aber wird dem Kunden von HPM einer neuer Betreuer zugewiesen? "Diese Fragen kann man verlässlich nur nach einer Prüfung der Verträge beantworten", so Brinkmöller. (jb)