Kunden der Comdirect haben bereits mehr als mehr als 150 Millionen Euro über die automatisierte Geldanlageplattform "Cominvest" investiert. Das geht aus dem Quartalsbericht der Commerzbank-Tochter hervor, den die Direktbank aus Quickborn am Donnerstag veröffentlichte.

Cominvest ging Mitte Mai in drei Ausprägungen an den Start (FONDS professionell ONLINE berichtete). In der Variante "Wir gemeinsam" gibt die Bank Empfehlungen und überwacht das Depot, die Entscheidung liegt aber beim Kunden. Rechtlich handelt es sich hierbei um eine Anlageberatung. Die Version "Wir für Sie" entspricht einer Finanzportfolioverwaltung – der Kunde entscheidet sich anfangs für eine Anlagestrategie, danach muss er sich um nichts mehr kümmern. Beim Angebot "Sie für sich" handelt es sich um eine Anlagevermittlung: Der Kunde erhält nur unverbindliche Vorschläge, die er selbstständig umsetzen muss.

Dass das Angebot offensichtlich ankommt, unterstreicht die Bedeutung einer großen Kundenbasis für den Erfolg neuer Produkte. Zahlreiche Start-ups brachten ihre "Geldanlageautomaten" deutlich früher auf den Markt als die Comdirect, tun sich aber schwer, schnell Kunden zu gewinnen. Eine der wenigen Ausnahmen ist Scalable Capital aus München. Der Online-Vermögensverwalter nimmt seit Anfang 2016 Geld an und verwaltet bereits mehr als 350 Millionen Euro von über 10.000 Kunden – auch dank Kooperationen mit anderen Unternehmen.

Zahl der Kunden steigt auf 3,3 Millionen – auch Ebase legt zu
Die Comdirect wächst auch außerhalb des neuen Robo-Angebots rasant. Die Zahl der Kunden in der gesamten Gruppe stieg in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 189.000 auf 3,3 Millionen, das betreute Vermögen um 8,8 Milliarden Euro auf 66,1 Milliarden Euro. Davon kamen 102.000 Kunden mit 3,0 Milliarden Euro per 3. April 2017 von der akquirierten Onvista Bank. Die Nettomittelzuflüsse in der Gruppe summierten sich in den ersten drei Quartalen auf 5,5 Milliarden Euro, davon flossen 3,1 Milliarden Euro in Depots.

Der Großteil dieses Ergebnisses entfällt auf das Privatkundengeschäft. Doch auch die B2B-Tochter Ebase wächst: Die Nettomittelzuflüsse der Fondsplattform lagen in den ersten neun Monaten des Jahres bei rund 600 Millionen Euro. Die Zahl der Kunden stieg leicht von 1,04 auf 1,05 Millionen, das betreute Vermögen erhöhte sich von 29,8 auf 31,6 Milliarden Euro. (bm)