Martin Zielke, Chef der Commerzbank, gibt sich angesichts des drohenden Abstiegs seines Unternehmens aus dem Dax betont gelassen. "Für unsere Kunden, für unser Geschäft ändert sich damit überhaupt nichts", sagte Zielke am Mittwochabend bei einem Treffen mit Wirtschaftsjournalisten in Frankfurt. Auch der Status der Commerzbank als führende Mittelstandsbank in Deutschland bliebe davon unberührt.

Anfang September fällt die Entscheidung, ob der Zahlungsabwickler Wirecard die Commerzbank aus dem Dax verdrängt. Wirecard sei einer der Kunden der Commerzbank, sagte Zielke. Und ergänzte: "Ich freue mich über gute Kunden". Er wies Vorwürfe zurück, die Bank habe einen Trend verschlafen und Konkurrenten wie Wirecard ein wichtiges und obendrein wachstumssstarkes Geschäftsfeld überlassen. "Die Zahlungsverkehrsabwicklung ist nicht unser Kerngeschäft", sagte Zielke. Sein Job sei es, das Geschäftsmodell weiter zu optimieren.

Zielke setzt auf neue Technologien
Das will Zielke vor allem mit neuen Technologien bewerkstelligen, etwa der Auslagerung von IT-Prozessen in die Cloud. Die Commerzbank werde künftig für verschiedene Anwendungen Cloud-Lösungen nutzen, kündigte er an. Davon erhofft er sich zwar auch Einsparungen, doch vor allem gehe es darum, neue Anwendungen künftig schneller auf den Markt bringen. Aufseher blicken allerdings kritisch auf die Auslagerung von IT-Prozessen an externe Anbieter. Deshalb wollte Zielke sich auch nicht zum Zeitplan äußern. (fp)