Ab Januar 2019 soll es bei der Commerzbank für außertariflich bezahlte Mitarbeiter nur noch in Ausnahmefällen Bonuszahlungen geben. Damit will das Finanzinstitut künftig Gruppenleistungen stärker belohnen, berichtet das "Handelsblatt". Boni, die sich nach der individuellen Leistung richten, gibt es in Zukunft nur noch für Mitarbeiter an Auslandsstandorten sowie für Angestellte der ETF- und Zertifikate-Sparte, die die Commerzbank derzeit an die Société Générale verkauft. Ebenfalls von der Regelung ausgenommen sind sogenannte "Risk Taker", also Mitarbeiter, die das Risikoprofil der Bank maßgeblich beeinflussen.

Bislang konnten Führungskräfte relativ frei darüber entscheiden, wie hoch der Bonus eines Mitarbeiters ausfällt. Für die sogenannten "Non-Risk Taker" gilt nun aber: "Die Höhe der variablen Vergütung hängt nicht mehr von der Beurteilung der individuellen Leistung durch die Vorgesetzten ab", zitiert das "Handelsblatt" Personalvorständin Bettina Orlopp. Die Ausschüttungsquoten sollen sich für diesen Kreis von Mitarbeitern ab kommendem Jahr nur noch nach der Performance des jeweiligen Geschäftsfelds richten. 

Mitarbeiter sollten Verträge prüfen
Marc Repey, Arbeitsrechtsanwalt bei der Kanzlei Abeln, zeigt sich im "Handelsblatt"-Interview skeptisch gegenüber der neuen Regelung. Er rät Commerzbank-Mitarbeitern, ihre Verträge genau zu prüfen. Denn ein einmal zugesicherter individueller Bonus kann nicht ohne weiteres einseitig gestrichen werden. Das müsse stets im Einvernehmen mit dem Mitarbeiter geschehen, so Repey. Nach Schätzungen des "Handelsblatts" dürfte die Reform bei der Commerzbank eine höhere dreistellige Zahl an Investmentbankern treffen. (fp)