Mit einem Prozent Zinsen pro Jahr auf Tagesgeldkonten führt die Consorsbank seit Ende Juli die Tagesgeldtabellen in Deutschland an, nachdem es davor nur 0,8 Prozent Zinsen gab. Nun meldet das Geldhaus erste Erfolge der neuen Zinsstrategie, meldet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ): Seit der Erhöhung der Tagesgeld-Zinsen hat die Bank demnach knapp 17.000 neue Kunden gewinnen und rund 320 Millionen Euro an neuen Einlagen auf Tagesgeldkonten einsammeln können. 

Der Zinssatz von einem Prozent gilt allerdings mit Einschränkungen: So kommen nur Neukunden in den Genuss – und auch das nur für sechs Monate. Zudem ist der Betrag begrenzt. Die Zinsen gelten nur bis zu einer Höchstsumme von 50.000 Euro. Zwischen 50.000 und 100.000 Euro gibt es nur spärliche 0,05 Prozent, darüber gar nichts. "Nur, wer auch sein Wertpapierdepot zur Consorsbank verlagert, kann den Zeitraum der Neukunden-Zinsen um ein weiteres halbes Jahr verlängern", schreibt die "FAZ". 

Reine Akquise als Motiv
Anders als andere Banken, die in den vergangenen Monaten höhere Tagesgeldzinsen eingeführt haben, betreibt die Consorsbank keine eigene Wiederanlage des Geldes. Sie legt das Geld also weder in Staatsanleihen an, noch parkt sie es bei der Europäischen Zentralbank (EZB) zu Negativzinsen von 0,4 Prozent. Vielmehr nutzt die Bank die Tatsache, dass sie Teil der französischen Großbank BNP Paribas ist, die ihrerseits über ein großes Kreditgeschäft verfügt. Ziel der hohen Tagesgeldzinsen sei die Neukundengewinnung, sagte ein Consorsbank-Sprecher der FAZ.

Die Konstruktion der Tagesgeldzinsen, die sich nur dann verlängern, wenn der Kunde auch sein Wertpapierdepot zu der Bank verlagert, deutet zudem darauf hin, dass es der Bank vor allem um "Cross Selling" geht: Das Institut nimmt in Kauf, für die kurze Zeit der höheren Tagesgeldzinsen einen Verlust zu machen, um an den Kunden später über Provisionen und Gebühren im Wertpapierhandel mehr zu verdienen. (fp)