Paukenschlag in Hamburg, der die schlimmsten Befürchtungen der Anleger wahr macht: Der Containerinvestment-Anbieter Magellan hat Insolvenz angemeldet. Das Management hat für die Magellan Maritime Services GmbH beim zuständigen Amtsgericht ein Plan-Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gemäß der Insolvenzordnung beantragt. Vor einigen Wochen wurde wie berichtet bekannt, dass Magellan die laufenden Auszahlungen an die Anleger nicht leisten kann.

Grund für die negative Entwicklung sind dem Vernehmen nach anhaltende Zahlungsschwierigkeiten asiatischer Reedereien, an die Magellan die Container vermietet hat. Noch Ende April erklärte Magellan, dass Anleger bis Ende Mai die ausstehenden Zahlungern erhalten sollen. Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass dieser Termin nicht eingehalten werden kann, weil es "noch keine spruchreifen Ergebnisse" aus den Gesprächen der Geschäftsleitung in Asien gebe.

"Sehr kurze Fristen für Verhandlungen"
Am 30. Mai 2016 hat Magellan die Plan-Insolvenz beantragt, wobei das Unternehmen davon ausgeht, dass das Verfahren in Eigenverwaltung vom Gericht gestattet wird. Zu diesem Schritt sei Magellan gezwungen gewesen, weil "die nur sehr kurzen gesetzlichen Fristen für unsere Verhandlungen mit potenziellen Großinvestoren und Banken nicht ausreichten". Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung findet unter Aufsicht eines gerichtlich bestellten Sachwalters statt; Magellan bleibt Manager der Geschäfte.

Zum Hintergrund: Die Magellan Maritime Services GmbH ist Vertragspartnerin der Anleger bei den Container-Direktinvestments. Die Investoren erwerben von dieser Gesellschaft die Container und beauftragen sie im selben Atemzug mit der Vermietung und Verwaltung der Transportboxen, wobei Magellan eine jeweils eine bestimmte Tagesmiete garantiert hat. Nach Auslaufen des Vermietungs- und Verwaltungsvertrags kauft die Gesellschaft, so das schriftliche Versprechen, dem Anleger die Container wieder ab. (ae)