Flossbach von Storch wird gerne auf einen Fonds reduziert – und auf einen Mann. Doch das Unternehmen beschäftigt 170 Mitarbeiter, die in Summe 33 Milliarden Euro verwalten. Im Kölner "Triangle"-Hochhaus hat der Vermögensverwalter inzwischen sieben Etagen angemietet. Schon diese Zahlen verdeutlichen, dass Bert Flossbach seinen Bestseller FvS Multiple Opportunities wohl kaum aus dem stillen Kämmerlein heraus lenkt.

Seit April 2016 verantwortet Flossbach den Multiple Opportunities auch nicht mehr alleine. Ihm rückte Elmar Peters als Stellvertreter an die Seite. Gemeinsam leiten sie außerdem das Multi-Asset-Team des Vermögensverwalters. FONDS professionell hat ausführlich mit fünf Kollegen des insgesamt elfköpfigen Teams gesprochen.


Details erfahren Sie in der Bilderstrecke oben – einfach weiterklicken!


Im Großraumbüro des Multi-Asset-Teams auf der 25. Etage des "Triangle" sitzen Aktienprofis, Rentenexperten und Anlagestrategen direkt beieinander. Das erlaubt schnelle Abstimmungen und erspart so manches langwieriges Meeting. Der einzige mit Einzelbüro ist Flossbach selbst, doch auch dessen Tür steht meistens offen.

Trotz der räumlichen Nähe ist ein institutionalisierter Austausch Pflicht. Mindestens einmal im Monat sitzen die Teammitglieder zusammen, um über strategische Entscheidungen zu diskutieren. "Man darf sich ein solches Meeting im Multi-Asset-Team aber nicht so vorstellen, dass wir sagen: 'Wir müssen jetzt mal die Aktienquote erhöhen oder unseren Japan-Anteil aufstocken'", berichtet Flossbach. "Jeder Teilnehmer bringt seine sehr detaillierten Kenntnisse über die einzelnen Titel mit, über die in dieser Runde diskutiert wird." Dieser "Bottom up"-Ansatz helfe durchaus auch bei übergreifenden "Top Down"-Entscheidungen.

"Risiko richtig denken"
"Die Strategie hinter einem Begriff wie Multi Asset entspricht dem, wie wir schon immer für unsere Kunden Geld gemanagt haben", bringt Flossbach die Vorgehensweise der Kölner auf den Punkt. Es sei schon immer um die absolute Performance gegangen und nicht darum, einem Vergleichsindex hinterherzulaufen. "Entscheidend war außerdem immer schon, Risiko nicht mit Volatilität gleichzusetzen, sondern Risiko richtig zu denken, und das über alle Anlageklassen hinweg."

Als einer der Treiber hinter der Gründung des Multi-Asset-Teams gelten die drei intern "Strategiefonds" genannten Portfolios FvS Multi Asset-Defensive, Balanced und Growth. "In einem Portfolio wie dem FvS Multi Asset-Defensive kann man keine Strategie fahren, die dieser Risikoklasse nicht entspricht", erklärt Flossbach. "Wir geben mit diesem Fonds zwar kein explizites, aber doch ein implizites Versprechen einer niedrigen Volatilität ab." Daraus ergebe sich nahezu von selbst eine recht hohe Anleihenquote. Deshalb sei es wichtig, ein Forum zu haben, in dem man über den für den jeweiligen Fonds passenden Mix aus Aktien und Bonds diskutieren könne.

Es gibt kein "Master-Aktienportfolio"
Wichtig ist, dass jeder Fonds für sich betrachtet wird. Es gibt kein "Master-Aktienportfolio", das sich dann je nach Risikostufe und Markteinschätzung in unterschiedlicher Gewichtung in den drei Strategiefonds und dem Multiple Opportunities wiederfindet. "Die Schnittmenge der Aktienpositionen im Multi Asset-Defensive und im Multiple Opportunities liegt bei nur 50 Prozent", betont Peters. "Es gibt nicht die perfekte Aktie an sich. Man muss sich die Frage stellen, ob ein bestimmter Wert eher ein Wachstumstitel ist oder eher eine Art Langweiler, der aber eine attraktive Dividende verspricht." Danach folge die Entscheidung, in welchen Fonds der entsprechende Wert aufgenommen werde.

"Eine Bevorzugung eines bestimmten Fonds oder festgezurrte Regeln, welche Aktie in welchem Fonds landet, gibt es nicht", betont Flossbach. "Und dank eines professionellen Tradings haben wir es eigentlich immer geschafft, dass es kein Problem damit gibt, welcher Fonds welche Aktie bekommt oder nicht." (bm/hh)


Den vollständigen Artikel lesen Sie in FONDS professionell 4/2017. Angemeldete FONDS professionell KLUB-Mitglieder können den Beitrag auch hier im E-Magazin abrufen.