Das ausstehende Volumen in Retail-Zertifikaten der Dekabank hat Ende September 9,4 Milliarden Euro betragen. Das geht aus einer Marktstudie des Deutschen Derivate Verbandes (DDV) hervor, die am Freitag veröffentlicht wurde.

Allein im Laufe des dritten Quartals erhöhte sich das Zertifikatevolumen der Deka um rund 360 Millionen Euro. Der Marktanteil des Wertpapierhauses der Sparkassen beträgt inzwischen 14,6 Prozent – nach 14,2 Prozent Stande Ende Juni. Damit ist die Deka der zweitgrößte Anbieter von Retail-Zertifikaten in Deutschland. Nur die DZ Bank, die in erster Linie Zertifikate für den Vertrieb über Volks- und Raiffeisenbanken emittiert, ist noch größer – doch die Deka holt auf.

Die Deka war erst 2013 ins Geschäft mit Retail-Zertifikaten eingestiegen. Dass das Frankfurter Institut so schnell Marktanteile gewinnen konnte, zeigt, wie gut die Deka im Vertrieb über die Sparkassen aufgestellt ist. Die Deka beschäftigt rund 220 Vertriebsbetreuer, die die Anlageberater in den Sparkassen vor Ort schulen und die hauseigenen Produkte vorstellen. Das gilt nicht mehr nur für Fonds, sondern eben auch für Zertifikate.

Der einstige Marktführer Deutsche Bank ist auf Platz fünf abgerutscht
Der Ruf der Zertifikate litt lange unter dem Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers im Jahr 2008. Damals hatten Privatanleger – darunter viele Kunden der Sparkassen – hohe Verluste erlitten. Inzwischen erfreut sich die Produktkategorie bei Kunden der Sparkassen und Genossenschaftsbanken aber wieder großer Beliebtheit. Anders als früher setzen die Institute nun aber vor allem auf Papiere verbundeigener Emittenten – Zertifikate angelsächsischer Investmentbanken sind die absolute Ausnahme.

Das hat auch das Ranking der größten Emittenten durcheinandergewirbelt. Gemessen am ausstehenden Volumen stehen mit der DZ Bank, der Deka, der LBBW und der Helaba inzwischen vier Institute an der Spitze der Rangliste, die dem genossenschaftlichen Sektor oder dem Sparkassenlager zuzurechnen sind. Der einstige Marktführer Deutsche Bank folgt laut DDV-Statistik erst auf dem fünften Platz. Die Commerzbank, die früher ebenfalls zu den führenden Emittenten zählte, steht nur noch auf Rang sieben. (bm)