Die Deutsche Bank versucht verstärkt, neue Investmentbanker direkt aus den Hörsälen der Universitäten zu holen statt sie teuer und über Headhunter von Konkurrenten abzuwerben. "Ich denke nicht, dass der Weg nach vorne einer ist, bei dem wir viele sehr hochpreisige, teure Einstellungen von außen vornehmen", sagte Peter Selman, der neue Chef des Aktiengeschäfts der Bank, der Finanznachrichtenagentur Bloomberg, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) berichtet. Für den Schritt gibt es wohl mehrere Gründe. So benötigt der einst renditestarke Geschäftsbereich der Bank dringend frische, clevere Köpfe. Der FAZ zufolge verlor insbesondere das Aktien-Team im vergangenen Jahr wichtige Mitarbeiter. "Wir haben sicherlich Lücken zu füllen, und wir stellen ein", wird Selman zitiert. 

Deutsche Bank ist wie Borussia Dortmund
In einem Interview hatte Marcus Schenck, der im Vorstand zusammen mit Garth Ritchie für das Investmentbanking verantwortlich ist, daher kürzlich gesagt, die Bank sei eher mit Borussia Dortmund als mit dem FC Bayern München zu vergleichen. Man sei nicht "wie Paris Saint-Germain oder Chelsea, die die teuersten Spieler weltweit zusammenkaufen können. Wie der BVB oder RB Leipzig müssen wir junge Talente finden, die das Potenzial zum Durchbruch in die Weltspitze in den nächsten Jahren haben."

Allerdings wird die Handelsabteilung der Bank künftig nicht einem Oberseminar an der Universität ähneln. Das immer noch größte deutsche Geldinstitut hat der FAZ zufolge immer noch ein Budget, um Top-Investmentbanker zu holen. Selman selbst sei ein gutes Beispiel dafür. Der 45-Jährige war zuvor Partner bei der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs, bevor er im November zur Deutschen Bank kam.

Laut dem Medienbericht braucht Selman dringend neue Leute: Die Erträge im Aktienhandel gehen seit zehn Quartalen in Folge zurück. In den zwei Jahren bis 2017 schnitt nach Berechnungen von Bloomberg keine andere große Investmentbank im Aktiengeschäft so schlecht ab wie die Deutsche Bank. (jb)