Laut einer Studie der Personalberatung Banking Consult aus Bad Nauheim bei Frankfurt, die Bloomberg News exklusiv vorliegt, zahlen Banken in Deutschland einem Regulatory-Reporting-Mitarbeiter im Rang eines Managers oder Vice President mit vier bis sieben Jahren Berufserfahrung in diesem Jahr bis zu 10.000 Euro mehr Grundgehalt als 2015 – vergleichbare Positionen vorausgesetzt. Der Anstieg sei auf den akuten Fachkräftemangel und die steigende Komplexität der Aufgaben zurückführen.

Drastisch erhöhtes Arbeitsvolumen im regulatorischen Reporting
"Seit der Finanzkrise 2008 sind Banken erhöhten Anforderungen durch die Aufsichtsbehörden im Meldewesen ausgesetzt", sagt Thore Behrens, Vice President bei dem Personalberater. "Aus anfänglich monatlichen oder quartalsabhängigen Reports wurden wöchentiche Anfragen der Behörden. Dies hat zur Folge, dass sich das Arbeitsvolumen im regulatorischen Reporting stark erhöht hat." Angesichts der schnell steigenden Datenmengen würden vor allem Mitarbeiter mit IT-Hintergrund gesucht – nicht nur von den Banken selbst, sondern auch von Wirtschaftsprüfern und Unternehmensberatern. Für 2018 weist die Studie folgende durchschnittliche Gehaltsstufen aus:

  • Officers mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung verdienen im Durchschnitt um die 55.000 Euro fix plus einen Bonus von bis zu 7.000 Euro
  • Specialists mit bis zu fünf Jahren Erfahrung verdienen zwischen 60.000 und 70.000 Euro fix plus einen Bonus zwischen 5.000 und 13.000 Euro
  • Manager ab fünf Jahren Berufserfahrung verdienen zwischen 80.000 und 105.000 Euro fix plus einen Bonus von mehr als 20.000 Euro

Die genaue Höhe des Grundgehalts hänge unter anderem davon ab, wo jemand arbeite. "Banken zahlen im Regulatory Reporting insgesamt am besten", so Behrens. Die Fixgehälter der großen Wirtschaftsprüfer und Beratungsfirmen, welche auf Risk- und Regulatory-Reporting spezialisiert sind, seien zwischen 6.000 und 10.000 Euro niedriger, würden aber durch Boni teils ausgeglichen.

Die Studienergebnisse decken sich mit Aussagen von Deutschlands größten Banken. "Die Berichtspflichten gegenüber den Regulatoren sind seit der Finanzkrise gestiegen. Als Folge davon ist die Zahl der Mitarbeiter, die sich mit diesen Berichten befassen, gewachsen", erklärte ein Sprecher der Deutschen Bank auf Nachfrage von Bloomberg News. Und auch die Commerzbank wies in ihrem Geschäftsbericht für 2017 ausdrücklich auf gestiegene Kosten für regulatorische Projekte und Compliance hin.

Die Studie basiert auf 83 konkreten Gehältern aus diesem Jahr in Deutschland, die aus der Arbeit des Personalberaters stammen, sowie auf Gesprächen mit Kunden und Bewerbern. (mb/Bloomberg)