Verbraucher legen großen Wert auf Datenschutz. Mehr als zwei Drittel von tausend befragten Deutschen würden ihre Geschäftsverbindungen zu einem Unternehmen einschränken oder beenden, wenn dieses gegen Datenschutzbestimmungen verstößt. Das geht aus einer aktuellen Umfrage der Unternehmensberatung Capgemini hervor, über die das "Handelsblatt" berichtet. Drei Viertel der Befragten würden die Firma auffordern, ihre Daten zu löschen.

Besonders empfindlich sind Kunden, wenn es um Daten geht, mit denen sie identifiziert werden können. Diese würden sie der Umfrage zufolge am ehesten löschen lassen. Auf Platz zwei stehen Kontaktdaten wie Telefonnummer und E-Mail-Adresse, gefolgt von Finanzdaten. Weniger sensibel zeigen sich Verbraucher bei Daten zu ihrer Zahlungs- und Telekommunikationshistorie sowie ihrem Konsumverhalten.

Firmen sind nicht gut vorbereitet
Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die am 25. Mai EU-weit in Kraft tritt, stärkt die Rechte von Verbrauchern. Bislang unterschätzen viele Unternehmen die Empfindlichkeit ihrer Kunden, wenn es um Daten geht, zeigt die Capgemini-Studie, für die neben Verbrauchern auch 150 deutsche Unternehmen befragt wurden. Demnach rechnen gerade einmal 40 Prozent der befagten Firmen damit, dass Kunden auf Datenschutzmängel reagieren würden.

Längst nicht alle Unternehmen sind ausreichend auf die neuen Regeln vorbereitet. Gerade einmal jede zehnte Firma gab an, zum Start der Verordnung alle Vorgaben komplett umgesetzt zu haben. Immerhin 70 Prozent wollen die Vorgaben am Stichtag weitestgehend implementiert haben, die übrigen wollen zumindest teilweise fertig sein. (fp)