Im ersten Quartal 2014 verzeichnete der europäische Gewerbeimmobilien-Investmentmarkt ein Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 32,2 Milliarden Euro. Dies ist das beste Ergebnis eines Eröffnungsquartals seit 2008. Während der Markt in Großbritannien mit einem Plus von 38 Prozent im Vorjahresvergleich bei 11,2 Milliarden Euro am stärksten in Europa blieb, legte der deutsche Gewerbeimmobilienmarkt von den drei Kernmärkten mit 43 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal am deutlichsten zu.
 
Frankreich verzeichnete ein moderates Wachstum von acht Prozent auf 3,8 Milliarden Euro. Dem Trend aus 2013 folgend, bleiben die Länder an Europas Peripherie – Irland, Italien und Spanien – weiterhin für Investoren sehr interessant. Im ersten Quartal verdoppelten sie das Transaktionsvolumen auf 2,6 Milliarden Euro. Dies sind einige Ergebnisse der aktuellen DTZ-Studie "Investment Market Update Europe Q1 2014".
 
Weniger kleine Transaktionen und mehr große Deals
Im Vergleich zum Vorjahresquartal gab es im ersten Quartal 2014 weniger Transaktionen unter 20 Millionen Euro. Investoren interessierten sich eher für Assets von 20 bis 100 Millionen Euro (+19 Prozent). Deals zwischen 100 und 500 Millionen Euro verzeichneten einen Anstieg von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.  
 
Üppig sprudelnde Anlagegelder zwingen zum Handeln
Nigel Almond, Head of Strategy DTZ Research, sagt: "Dank ihres großen Engagements vor allem in Großbritannien und Deutschland bleiben einheimische Investoren mit einem Anteil von 57 Prozent am Gesamtvolumen in Europa dominant. Aktivitäten von Cross-Border-Investoren sind weiterhin stark – ihr Anteil lag bei 43 Prozent im ersten Quartal 2014  oder 13,9 Milliarden Euro, das ist ein Anstieg von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 30 Prozent des Gesamtvolumens für Q1 2014 kam von nicht-europäischen Investoren. Überraschenderweise wurde der höchste Anteil von nicht-europäischen Investments in Frankreich (47 Prozent), den CEE-Staaten (44 Prozent) und den Peripherie-Märkten (41 Prozent) registriert. Geringere Bedeutung hatten sie dagegen in Deutschland (27 Prozent) und Großbritannien (30 Prozent). Wir vermuten, dass opportunistische Fondsmanager, die erhebliche Geldmittel eingeworben haben, diese Kapitaldistribution mindestens teilweise mit verantwortet haben."  
 
Immobilienfonds als dominante Player, Vorsorgeindustrie vorsichtiger
Magali Marton, Head of EMEA Research bei DTZ, ergänzt: "Mit 55 Prozent dominieren Immobilienfonds den europäischen Gewerbeimmobilienmarkt, gefolgt von börsennotierten Immobilienunternehmen mit 12 Prozent. An die dritte Stelle rücken nicht börsennotierte Immobilienunternehmen mit 10 Prozent. Banken und Versicherungen/Pensionskassen, die in Q4 2013 und 2013 insgesamt noch sehr aktiv kauften, haben ihre Volumina reduziert. Ihr Anteil am Transaktionsvolumen betrug im aktuellen Untersuchungszeitraum vier Prozent und ihre bisherige Position als Netto-Käufer kehrte sich um in die Position des Netto-Verkäufers."  
 
Büros am beliebtesten
Beliebteste Assetklasse waren erneut Büroobjekte mit einem Volumen von 14,9 Milliarden Euro im ersten Quartal 2014 (Quartalsdurchschnitt 2013: 17,6 Milliarden Euro). Die größte Zunahme bei den Aktivitäten verzeichneten gemischt-genutzte Immobilien, von 2,2 Milliarden Euro im ersten Quartal 2013 auf 4,8 Millarden Euro. Handelsimmobilien starteten zu Jahresbeginn mit 7,4 Milliarden Euro. Das ist weniger als der Quartalsdurchschnitt 2013 von 8,8 Milliarden Euro. Das Interesse der Investoren für Handelsobjekte fokussierte sich auf Großbritannien und Deutschland (2,3 Milliarden Euro). Südeuropa zog ebenfalls Kapital in Höhe von 0,8 Milliarden Euro an.  
 
Wird sich der starke Auftakt 2014 weiter fortsetzen?
"Der europäische Gewerbeimmobilienmarkt erlebte 2014 einen starken Auftakt. Angezogen von attraktiven Preisen verlagert sich das Interesse der Investoren dabei von den europäischen Kernmärkten hin zu Sekundärmärkten in ganz Europa. Wir erwarten ein Wachstum von fünf Prozent im Jahr 2014 auf ein gesamteuropäisches Transaktionsvolumen von 150 Milliarden Euro und für 2016 ein weiteren Wachstum von sieben Prozent auf 160 Milliarden Euro", so Marton.