Die Ergo hat sich mit der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi über die Rahmenbedingungen für die Umsetzung des internen Strategieprogrammes geeinigt. Das vor zwei Jahren angestoßene Vorhaben sieht neben einer Verstärkung der Digitalisierungsbemühungen auch den Abbau von rund 2.000 Angestellten vor – vor allem im Vertrieb. Der Betriebsrat muss den Vereinbarungen aber noch zustimmen.

Einer Pressemitteilung des Versicherers zufolge sieht die Vereinbarung insbesondere einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und eine Standortgarantie für die Büros in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Köln, Mannheim und München bis Ende 2021 vor – eingeschlossen der Beibehaltung der bestehenden Regionaldirektionen bis zu diesem Zeitpunkt. Ferner haben sich beide Seiten auf einen Schutz bei möglichen Outsourcing-Maßnahmen geeinigt. 

Kündigungsschutz aber nur wenn es läuft
Der Kündigungs- und Standortschutz sowie die Beibehaltung der Direktionen sind aber an das Erreichen der wirtschaftlichen Zielsetzungen des Strategieprogramms geknüpft. Zudem ist der Stellenabbau wohl schon weit fortgeschritten: Rund 1.200 Mitarbeiter hatten sich laut Medienmeldung bis Ende März aus dem Konzern verabschiedet, insgesamt 1.600 haben Abfindungsverträge unterschrieben (FONDS professionell ONLINE berichtete). 

"Wir sehen und begrüßen die durch das Strategieprojekt erreichte positive Entwicklung bei Ergo", kommentiert Frank Fassin, der auf Seiten von Verdi mitverhandelt hatte. "Mit dem vereinbarten sozialen Ordnungsrahmen ist es nun zusätzlich gelungen, die Belange der Mitarbeiter grundlegend abzusichern. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist das ein wichtiges Zeichen, sich weiterhin für das Ergo-Strategieprogramm und die Gestaltung der Zukunft des Unternehmens einzusetzen. Diesen Kurs wollen wir nachhaltig unterstützen und begleiten."

"Dank des Strategieprogramms hat Ergo wieder deutlich an Kraft und Wettbewerbsfähigkeit gewonnen", ergänzt Markus Rieß, Vorstandsvorsitzender der Ergo Gruppe. "Davon profitieren nun auch die Mitarbeiter. Ich freue mich, dass wir durch die geschlossene Vereinbarung noch aktivere Unterstützung im Transformationsprozess erhalten werden." (jb)