Die Commerzbank-Sparte Equity Markets & Commodities (EMC) geht wohl an die Société Générale über. Die französische Großbank hat sich offenbar im Bieterwettstreit gegenüber dem letzten verbliebenen Mitbewerber Goldman Sachs durchgesetzt: Die zweitgrößte deutsche Bank verhandelt laut einem Bericht des "Handelsblattes", das sich auf informierte Finanzkreise beruft, exklusiv mit der Société Générale  Die Commerzbank hat sich dazu auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE nicht geäußert.

Das Geldinstitut hatte schon Ende September 2016 angekündigt, die Sparte in einer eigenen rechtlichen Einheit bündeln und dann abstoßen zu wollen. Vorstandschef Martin Zielke möchte mit dem Verkauf das Eigenkapital der Bank stärken und den Fokus künftig auf das Kerngeschäft mit Privat- und Firmenkunden richten.

Fonds, Derivate und Market Making in einer Sparte
In der Sparte EMC sind vier verschiedene Geschäfte gebündelt: Der Bereich "Flow" umfasst Derivate wie Optionsscheine und Differenzkontrakte, das Segment "Investmentprodukte" emittiert Anlagezertifikate wie Aktienanleihen oder Bonus-Strukturen. Das Segment "Market Making" umfasst hauptsächlich die Marktpflege und den Handel mit ETFs – nicht nur mit hauseigenen Indexfonds der Marke Comstage, sondern auch mit ETFs anderer Anbieter. Auf dem Gebiet des Market Makings für ETFs gilt die Commerzbank als führende Investmentbank in Europa.

Beim vierten Bereich handelt es sich um das Asset Management. Er ist vor allem für die Comstage-ETFs bekannt, umfasst aber auch das wachsende aktive Asset Management mit eigenen Publikumsfonds und Mandaten für institutionelle Investoren. Hinzu kommen strukturierte Fondslösungen. Die Luxemburger Kapitalverwaltungsgesellschaft Commerz Funds Solutions verwaltet dem Branchenverband BVI zufolge knapp 11,5 Milliarden Euro. In Summe arbeiten mehr als 500 Menschen für die Sparte EMC – das entspricht dem halben Handelssaal der Commerzbank. (jb/bm)