Ethenea bereitet die Umsetzung des ab 2018 geltenden Investmentsteuerreformgesetzes vor. So nimmt der in Luxemburg ansässige Vermögensverwalter für seinen Fonds Ethna-Dynamisch eine Mindestaktienquote von 25 Prozent in die Anlagebedingungen des Verkaufsprospektes auf. Bei den beiden anderen Fonds der Gesellschaft, dem Ethna-Defensiv und dem Ethna-Aktiv, bleibt aber alles beim Alten. Außerdem kündigte der Asset Manager in einer Pressemitteilung Sonderausschüttungen bei allen drei von ihm verwalteten Fonds an.

Der Grund für die Anpassung beim Ethna-Dynamisch sind wesentliche Neuerungen, die das Investmentsteuerreformgesetz für Publikumsfonds bringt. So müssen deutsche Fonds ab Januar 2018 auf in Deutschland erzielte Dividenden, Mieterträge und Gewinne aus dem Verkauf von Immobilien 15 Prozent Steuern abführen. Damit werden sie hinsichtlich dieser Erträge mit ausländischen Fonds gleichgestellt. Zudem können sich Anleger ab dem 1. Januar 2018 die im Ausland gezahlte Kapitalertragsteuer nicht mehr über ihre Steuererklärung erstatten lassen. Diese Regelungen schmälern die Erträge.

Um einen Ausgleich für die Besteuerung auf Fondsebene zu schaffen, hat der Gesetzgeber steuerliche Teilfreistellungen eingeführt. Je nach Art des Portfolios fallen sie unterschiedlich hoch aus. Bei Fonds mit einer Aktienquote von mindestens 25 Prozent erhält der Anleger eine Teilfreistellung in Höhe von 15 Prozent auf seine zu versteuernden laufenden Erträge und Veräußerungsgewinne. Beläuft sich die Aktienquote eines Fonds auf 51 Prozent, so bleiben 30 Prozent der Gewinne abgeltungsteuerfrei. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die jeweiligen Kapitalbeteiligungsquoten in den Anlagebedingungen ausdrücklich definiert werden.

Sonderausschüttungen
Die Steuerreform ist auch der Grund, dass Ethenea Mitte Dezember 2017 eine Zwischenausschüttung in den ausschüttenden Euro-Anteilsklassen des Ethna-Aktiv, des Ethna-Dynamisch und des Ethna-Defensiv vornehmen wird. Damit solle ein mögliches Risiko einer steuerlichen Benachteiligung der Anleger vermieden werden. Auf die laufenden Erträge aus einem ausschüttenden Fonds werden künftig wohl meist höhere Steuern anfallen als auf die laufenden Erträge aus thesaurierenden Fonds.

Der Grund dafür ist, dass die Erträge thesaurierender Fonds ab dem kommenden Jahr mit einer Vorabpauschale belegt werden. Die Ausschüttungen wiederum werden nach dem oben erklärten Muster besteuert. Um die Erträge aus 2017 noch nach altem Steuerrecht besteuern zu lassen, nimmt Ethenea jetzt noch eine Teilausschüttung vor.

Ethenea übernimmt anfallende Research-Kosten vollständig
Der Asset Manager hat zudem entschieden, nach Inkrafttreten der EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid II die anfallenden Kosten für Research von externen Anbietern vollständig tragen. "Unser Portfoliomanagement-Team hat damit weiterhin Zugriff auf die elementaren internen und externen Research-Studien, um dauerhaft optimale Ergebnisse für unsere Kunden zu erzielen. Die Kosten werden hierbei von der Gesellschaft getragen, um allen Interessen gerecht zu werden", sagte Thomas Herbert, Head of Portfolio Management bei Ethenea.

Hintergrund dieser Entscheidung ist die EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid II. Demnach müssen ab 2018 die Kosten für Analysen von Drittanbietern genau ausgewiesen werden. Bislang finanziert sich das Research fast ausschließlich über Gegengeschäfte: Investmentbanken und Broker gewähren Zugang zu ihren Analysen, im Gegenzug erteilen ihnen die Asset Manager lukrative Handelsaufträge. Die neuen Regeln sollen Transparenz über die eigentlichen Kosten herstellen. (jb/am)