Eine neue Gesellschaft möchte das Management von Fondspolicen für Versicherer und Endkunden oder Berater mit Hilfe digitaler Lösungen verbessern. Hinter dem Start-up Frankfurt Fund Experts (F-Fex) stehen unter anderem ehemalige Mitarbeiter der heute zur Scope-Gruppe gehörenden Ratingagentur Feri.

Das in Bad Homburg ansässige Fintech setzt dabei zum einen bei den Versicherern selbst an. Diesen bietet es eine Überprüfung der Fondspalette hinsichtlich deren Qualität an. Damit stößt F-Fex in eine Lücke: Die europäische Versicherungsaufsicht Eiopa hatte in einem Ende April veröffentlichten Report festgestellt, dass der Prozess, nach dem die Anbieter ihre Fonds auswählen, in vielen Fällen verbesserungswürdig ist (FONDS professionell ONLINE berichtete).

Laufende Betreuung über digitale Plattform
In erster Linie zielt das von F-Fex entwickelte Tool aber auf die Optimierung der Portfolios von Fondspolicen-Inhabern. "Viele Policen werden bei Vertragsabschluss einmalig mit Fonds bestückt, und dann passiert über viele Jahre nichts", sagte Tobias Schmidt, einer der Gründer und Vorstandschef von F-Fex, im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE. "Das ist bedauerlich, da durch eine laufende Betreuung die Rendite- und Risikosituation des Fondsportfolios verbessert werden könnte." F-Fex überprüfe daher in regelmäßigen Abständen, ob das Depot noch der Risikoeinstufung des Kunden entspreche, ob ein Minimum an Diversifikation im Portfolio gegeben sei und ob die Qualität der eingesetzten Fonds den Renditezielen gerecht werden könne.

Das dreistufige Modell analysiert demnach die Risikotoleranz, die Allokation und die Fondsauswahl eines Kundenportfolios und macht Kunden oder Beratern – je nach Informationspolitik der Versicherer – Vorschläge, wie das Portfolio durch einen Fondstausch verbessert werden könnte. Die Entscheidung über die Umsetzung der Vorschläge liegt dann bei den Betroffenen selbst. Die Steuerung dieser Prozesse erfolgt über eine interaktive, digitale Plattform.

Weitere Services für Investmentbranche
Unser Ziel ist es, einen Mehrwert für alle Beteiligten zu generieren", erklärt Schmidt. "Das heißt: Erstens faire Renditen und verständliches Reporting für den Policen-Inhaber, zweitens Stärkung des Neugeschäfts und Sicherung des Bestandsgeschäfts für den Versicherer durch effizientes, kostensparendes Policenmanagement und drittens Unterstützung des Beraters bei der Optimierung seiner Bestände und der Generierung von Neugeschäft unter Berücksichtigung aller regulatorischen Vorgaben."

Neben digitalen Lösungen für das Fondspolicen-Management von Lebensversicherern ist das Start-up nach eigenen Angaben in zwei weiteren Bereichen aktiv: Digitale Lösungen für das fondsbasierte Vermögensmanagement sollen Maklerpools und Plattformen dabei unterstützen, Kundenportfolios mit aktiven und passiven Fondslösungen transparent und kostengünstig anzubieten. Darüber hinaus möchte F-Fex Asset Manager mit Fonds- und Wettbewerbsanalysen bei der Produkt- und Wettbewerbspositionierung unterstützen.

30 Jahre Erfahrung in Assekuranz und Fondsindustrie
Das neue Unternehmen vereint nach eigenen Angaben Experten aus der Versicherungswirtschaft, der Fondsindustrie und der IT-Branche. So gehören zum Gründerteam um Vorstandschef Tobias Schmidt die früheren Feri-Manager Gunter Fritsche, Matthias Klöpper und Helmut Knepel sowie die beiden ehemaligen Versicherungsvorstände Reinhard Kunz und Anton Wittl sowie dessen Sohn Anton S. Wittl. (jb/ad)