Der ehemalige UBS-Händler Kweku Adoboli könnte Medienberichten zufolge in sein Geburtsland Ghana abgeschoben werden. Der Sohn eines ehemaligen Uno-Diplomaten lebt zwar seit vielen Jahren in Großbritannien, besitzt aber noch immer die ghanaische Staatsbürgerschaft. Um einen britischen Pass hat er sich nie bemüht – und ausländische Straftäter, deren Strafmaß vier Jahre übersteigt, werden nach britischem Recht ausgewiesen.

Adoboli hatte der UBS im Sommer 2011 durch riskante Geschäfte einen Rekordverlust in Höhe von 2,3 Milliarden US-Dollar beschert. Er hatte zwar stets beteuert, seine Vorgesetzten hätten von den Deals gewusst und ihn dazu geradezu ermuntert. Dennoch wurde Adoboli im Jahr 2012 zu sieben Jahren Haft verurteilt. Die Hälfte davon saß er ab, der Rest wurde zur Bewährung ausgesetzt. Seit 2015 ist er Freigänger, muss sich aber jeden Monat bei der Polizei melden.

Zeichen der Läuterung
Um im Vereinigten Königreich bleiben zu können, muss Adoboli die Behörden davon überzeugen, dass es gewichtige Argumente gegen eine Abschiebung gibt. Freunde von ihm hatten im Juni rund 20.000 britische Pfund und 50.000 Unterschriften gesammelt, um den Ex-Skandalhändler bei seinem juristischen Kampf zu unterstützen. Bisher waren die Bemühungen indes vergebens.

Die Chancen des 38-Jährigen stehen schlecht. Seine Berufung gegen die Abschiebung wurde im Juni abgewiesen, auch ein Antrag auf juristische Überprüfung kam nicht durch. Nun spricht Adoboli in Seminaren über seine Fehler und über die Risiken waghalsiger Handelsgeschäfte, um zu zeigen, dass er für die britische Gesellschaft ein Gewinn wäre. (fp)