Der ehemalige Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon muss nun doch nicht vor Gericht. Dies berichten diverse Medien, unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters und das "Handelsblatt". Fahrenschon bleibt der öffentliche Prozess, der am Donnerstag beginnen sollte, erspart, da er einen Strafbefehl wegen Steuerhinterziehung akzeptiert hat. Dies habe ein Sprecher des Amtsgerichts München bestätigt, schreibt Reuters.

Fahrenschons Verteidiger, die Staatsanwaltschaft München I und das Amtsgericht hätten sich in einem Rechtsgespräch auf einen leicht modifizierten Strafbefehlsantrag verständigt, berichtet das "Handelsblatt". Die neue Geldstrafe beläuft sich auf 140 Tagessätze, zunächst waren 180 Tagessätze angesetzt worden. Dazu, um welche Summe es sich insgesamt handelt, habe eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I keine Angaben gemacht. Da der Fall nicht öffentlich verhandelt wird, sei die Behörde an das Steuergeheimnis gebunden.

Der errechnete Verdienst pro Tag, auch Tagessatz genannt, bemisst sich am Einkommen des Angeklagten. Fahrenschons Bezüge als Sparkassenchef zugrundegelegt, taxieren einige Berichterstatter die Gesamtgeldstrafe auf rund 390.000 Euro.

Strafbefehl zunächst nicht akzeptiert
Die Steueraffäre, die Ende 2017 unmittelbar vor der geplanten Wiederwahl Fahrenschons als Präsident des Deutschen Giro- und Sparkassenverbandes (DSGV) bekannt geworden war, hatte ihn sein Amt gekostet. Der frühere bayerische CSU-Politiker hatte eingeräumt, seine Steuererklärungen für die Jahre 2012 bis 2014 zu spät eingereicht zu haben. Den Strafbefehl wollte er jedoch nicht akzeptieren und es stattdessen auf einen Prozess ankommen lassen. Sein Verhalten sei zwar kritikwürdig, hatte er erklärt. Es sei darin aber keine vorsätzliche Straftat zu sehen.

Kurz vor Prozessbeginn vollzog Fahrenschon eine Kehrtwende. Damit gelte er als vorbestraft, schreibt das "Handelsblatt". Bei Geldstrafen von mehr als 90 Tagessätzen ist ein Eintrag ins polizeiliche Führungszeugnis vorgesehen, der erst nach drei Jahren wieder gelöscht wird. (am)