Der ehemaliger Direktor einer Volksbank in Mittelhessen muss sich derzeit wegen schwerer Untreue in Limburg vor Gericht verantworten. Laut "Manager Magazin" soll Hans Martin G. zwischen 2009 und 2011 insgesamt mehr als acht Millionen Euro an Kundengeld unterschlagen haben. Das Geld soll er als Eigenkapitalanteil für rund 610 kreditfinanzierte Wohnungen und Gewerberäume verwendet haben. Geschätzter Wert der Immobilien: rund 17 Millionen Euro.

"Das war nur möglich, weil ich einen großen Vertrauensvorschuss bei meinen Kollegen und Kunden hatte – und diesen ausgeschöpft habe", räumte ein sich reuig zeigender G. laut "Manager Magazin" zum Prozessauftakt ein. Der Ex-Volksbankchef hat seine Tat gestanden und ist derzeit auf freiem Fuß.

Das Motiv für den groß angelegten Betrug sollen Schulden in Millionenhöhe gewesen sein. In den 1990er Jahren hat sich G. offenbar in großem Stil mit Aktien verspekuliert: Der plötzliche Zusammenbruch des Neuen Marktes vbrach im finanziell das Genick. Mehr als eine Million Euro private Schulden hätten sich so aufgetürmt.

Opfer wurden entschädigt
Mit den erhofften Erlösen aus den Immobiliengeschäften habe er nicht nur seine Schulden zurückzahlen wollen, sondern auch das veruntreute Kundengeld plus vier bis fünf Prozent Zinsen, erklärte G. Um nicht aufzufliegen, habe er sich minutiös die Fälligkeiten der Rückzahlungen und Zinsen notiert, um seine Kunden pünktlich auszahlen zu können. Alle Opfer sollen mittlerweile von der Volksbank entschädigt worden sein – inklusive der versprochenen Zinsen. Das Landgericht hat bis Ende Dezember zehn weitere Verhandlungstage angesetzt und will rund 30 Zeugen befragen. (fp)