Sie betreuen die Vermögen von Dynastien oder Unternehmerfamilien – und 2017 erzielten sie ein Rekordjahr: Familiy Offices weltweit erwirtschafteten im Schnitt 15,5 Prozent Rendite für ihre illustre Kundschaft. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Schweizer Großbank UBS und Campden Wealth Research. Das Plus fällt mehr doppelt so hoch aus wie noch 2016. Im Jahr 2015 stand gar nur ein magerer Zuwachs von 0,3 Prozent.

Das Ergebnis für 2017 war das höchste, seitdem die Bank und das Research-Haus die Umfrage vor fünf Jahren starteten. Die Analysten befragten für die Untersuchung 311 Family Offices weltweit. Im Schnitt betreuten die Anbieter ein Vermögen von 808 Millionen Dollar.

Ins Risiko gegangen
Ein Grund für das Kursplus war, dass die Family Offices zunehmend ins Risiko gegangen sind. Die durchschnittliche Aktienquote liegt bei 28 Prozent. Auch im illiquiden Bereich suchen die Vermögensverwalter nach Renditequellen. So lag die Quote von Private-Equity-Investments bei 22 Prozent. Dies wollen die Portfoliomanager in den kommenden zwölf Monaten ausbauen. Generell nimmt auch die Bedeutung alternativer Anlagen zu. Ihr Anteil kletterte im Schnitt auf 46 Prozent.

"Das gute Ergebnis spiegelt einerseits die Bullenmärkte wieder. Andererseits zeigt sich die Fähigkeit der Family Offices, einen langfristigen Ansatz zu wählen und auch illiquide Strategien einzusetzen", sagt Sara Ferrari, Leiter der Family-Office-Einheit bei der UBS. Zudem hätten erstmals seit Beginn der jährlichen Umfrage die Anbieter in Asien die besten Ergebnisse eingefahren. Dies habe auch an deren erheblichen Engagement in Schwellenländer-Investments gelegen, erläutert Ferrari.

Kein Konzept für Generationenübergang
Neben den stattlichen Renditen wächst aber auch das Geschäft der Familienbetreuer selbst. "Wir beobachten seit der Jahrtausendwende ein erhebliches Wachstum und eine zunehmende Professionalisierung", sagt Rebecca Gooch, Reserachleiterin bei Campden Wealth. So habe ein Drittel der teilnehmenden Anbieter Zweigstellen eröffnet, die Hälfte berichtet von einem Zuwachs der betreuten Vermögens.

Trotz des Erfolgs stehen die Vermögensverwalter aber vor hohen Hürden. So zeichnet sich in den nächsten Jahren bei zahlreichen Familien ein Generationenwechsel an. Gerade einmal die Hälfte der Family Offices hat Konzepte entwickelt, wie sie auf die Clan-Erben zugehen und diese als Kunden halten soll. Gerade für die Generation der Millennials spielten etwa nachhaltige Anlagekonzepte eine große Rolle. (ert)