Finanz-Start-ups, die nicht mit alteingesessenen Finanzunternehmen zusammenarbeiten, haben auf lange Sicht kaum Chancen, sich am Markt zu bewähren. Das ist das Ergebnis des World-Fintech-Reports, den die IT-Beratung Capgemini in Zusammenarbeit mit LinkedIn und dem Banken- und Versicherungsnetzwerk EFMA erstellt hat. Ausschlaggebender Faktor für die zunehmende Kooperationsbereitschaft der "jungen Wilden" ist der große finanzielle Aufwand für den Vertrieb, heißt es in dem Report. Eine solide Kundenbasis aufzubauen, ist für Neueinsteiger in der Finanzbranche schwierig, weil die Kunden ihnen in der Regel noch nicht das nötige Vertrauen entgegenbringen. Etablierte Banken haben es da leichter.


Wichtige und spannende Eckdaten zur deutschen Fintech-Zunft, die das Portal "Gründerszene.de" zusammengestellt hat, präsentieren wir in der Bilderstrecke oben!


Die Mehrheit der Finanz-Start-ups ist einer Zusammenarbeit mit etablierten Finanzprofis nicht länger abgeneigt. "Drei Viertel der Fintechs sehen ihr primäres Geschäftsziel in der Zusammenarbeit mit traditionellen Finanzfirmen“, sagt Klaus-Georg Meyer, Leiter Business & Techology Consulting Financial Services Deutschland bei Capgemini. "Kooperation statt Konfrontation" laute die Devise.

Für eine erfolgreiche Partnerschaft müssten aber beide Seiten aufgeschlossen sein. "Die Finanzinstitute müssen die Kultur der Fintechs respektieren, damit diese ihre Agilität nicht verlieren. Sie ist die wichtigste Mitgift der Fintechs für gemeinsame Projekte“, ergänzt Vincent Bastid, Generalsekretär bei der EFMA.

Wachstum verlangsamt sich
In Sachen Finanzierung stehen Fintechs nach wie vor sehr gut da, zeigt der Report. Im Vergleich zum Vorjahr ist das deutsche Investitionsvolumen in Fintechs um 166 Prozent auf insgesamt 1,21 Milliarden Dollar gestiegen. Die Branche wächst allerdings langsamer. Die Zahl der Neugründungen ging im vergangenen Jahr deutlich zurück, berichtet das Fachmagazin "Gründerszene“. Wurden im Jahr 2016 noch 141 neue Fintechs gegründet, waren es 2017 nur 30 Neugründungen. Dafür ist die Bereitschaft der deutschen Finanzinstitutionen nach wie vor hoch, eine Partnerschaft mit einem Finanz-Start-up einzugehen: 2017 arbeiteten bereits 70 Prozent der etablierten deutschen Finanzdienstleister mit Fintechs zusammen. (fp)