Die Bankengruppe Oddo-BHF gibt den etablierten Namen der Fondssparte Frankfurt-Trust auf. Dies teilte das Haus mit. Das deutsch-französische Institut hatte jüngst beschlossen, die mit der BHF-Gruppe 2016 übernommene Gesellschaft mit der eigenen Asset-Management-Einheit zu verschmelzen. Dies hatte Spartenchef Nicolas Chaput exklusiv im Interview mit FONDS professionell ONLINE Ende Oktober gesagt. Damals stand der Name der fusionierten Einheit noch nicht fest. Die neue Marke Oddo-BHF Asset Management unter der Leitung von Chaput verwaltet in Deutschland und Frankreich insgesamt ein Vermögen mehr als 61 Milliarden Euro.

Das familiengeführte, französische Bankhaus Oddo verfolgt eine ambitionierte Wachstumsstrategie. Nach der Übernahme der Investmentbank Seydler kauften die Franzosen den Düsseldorfer Asset Manager Meriten – und lieferten sich dann mit dem chinesischen Konglomerat Fosun eine Übernahmeschlacht um die BHF-Gruppe. Schließlich konnte sich Bankchef Philippe Oddo durchsetzen.

"Guter und richtiger Schritt"
Vergangenes Jahr übernahm das traditionsreiche Institut die BHF-Bank samt deren Asset Manager Frankfurt-Trust. Letzterer wurde aber zunächst nicht mit den anderen Fondseinheiten der Gruppe zusammengelegt, anders als etwa Meriten. Zweitweise kursierten Berichte, dass Oddo Frankfurt-Trust weiterverkaufen wolle. Dies dementierte das Haus später.

"Wir haben uns entschieden, Frankfurt-Trust in den Asset-Management-Bereich zu integrieren", sagte Chaput im FONDS professionell ONLINE-Interview. "Wir brauchten nur etwas mehr Zeit um zu prüfen, wie wir mit dem Geschäft umgehen wollen." Denn während etwa Meriten Investment Management ein reiner Asset Manager war, seien die Strukturen bei der BHF Bank deutlich komplexer.


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"Im Juni fassten wir dann den Entschluss, Frankfurt-Trust vollständig einzugliedern", sagte der Asset-Management-Chef der Privatbank. Der Sprecher der Frankfurt-Trust-Geschäftsführung, Karl Stäcker, ergänzt nun: "Wir freuen uns, ein Teil von Oddo BHF Asset Management zu werden. Wir halten diesen Zusammenschluss für einen sehr guten und richtigen Schritt für unsere Kunden."

Schwerpunkt Deutschland
Der Zusammenschluss soll voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte 2018 erfolgen, teilte das Geldhaus nun mit. Über die Integration müssen noch die Finanzaufsicht Bafin und der Betriebsrat zustimmen. Nunmehr gehen 70 Prozent des verwalteten Vermögens auf institutionelle Investoren und 30 Prozent auf Wholesale-Vertriebspartner zurück. 68 Prozent der Kunden von Oddo BHF AM stammen aus Deutschland, 26 Prozent aus Frankreich und fünf Prozent aus anderen Ländern und Regionen.

In der Kundenbetreuung ändere sich sowohl für institutionelle als auch für Wholesale-Kunden in Deutschland und Österreich nichts, teilte das Institut mit. Die Ansprechpartner blieben unverändert. (ert)