Traditionelle Banken interessieren sich zunehmend für das Thema Crowdfunding. Manche werden selbst aktiv. Im Sommer 2016 startete beispielsweise die Commerzbank die Plattform "Main Funders", über die sich mittelständische Bankkunden alternative Finanzierungen von Investoren besorgen können. Nun betritt ein neuer Player die Manege: Soeben ging die neue Investmentplattform "GLS Crowd" online – ein Joint Venture zwischen GLS Bank und dem Dienstleister Crowddesk.

Die Plattform wird kaufmännisch und technisch von einer Crowddesk-Tochter betrieben. Die GLS Bank ist für die Auswahl der Projekte, die über die Plattform finanziert werden sollen, zuständig. Auf "GLS Crowd" werden wie üblich Nachrangdarlehen vermittelt. Investoren zahlen ihr Geld nicht an die Plattform und auch nicht direkt an das kapitalsuchende Unternehmen, sondern an einen externen Treuhänder.

Zielgruppe der neuen Plattform sind "sozial-ökologische" Unternehmen und ebensolche Geldgeber. Beim ersten Investmentangebot können sich Crowdinvestoren an der Finanzierung eines Solarparks in Bad Rodach nördlich von Bamberg (Bayern) beteiligen. Die Solaranlagen wurden von einer Bürgergenossenschaft errichtet und gingen Mitte 2016 ans Netz. Nun will die Genossenschaft 400.000 Euro über die Crowd refinanzieren.  

Anlegern wird ein Nachrangdarlehen mit zehn Jahren Laufzeit und einer festen Verzinsung von vier Prozent pro Jahr angeboten. Ab dem sechsten Jahr sollen jährlich zudem 20 Prozent des Darlehens getilgt werden. (ae)