Goldman Sachs drängt weiter ins Privatkundengeschäft. Die US-Bank hat das Fintech Clarity Money gekauft, dessen App Anlegern in den USA helfen soll, ihre privaten Finanzen zu optimieren. Damit hat die Bank nach Berichten diverser Medien, darunter dem "Manager Magazin", die Zahl seiner Kunden im Massengeschäft sprunghaft erhöhen können: Bislang habe Goldman Sachs in dem Bereich rund 350.000 Kunden gehabt, mit Clarity Money kommen mehr als eine Million weitere hinzu. Über den Preis, den Goldman Sachs für die Übernahme des erst 2016 gegründeten Start-ups gezahlt hat, machen die Firmen keine Angaben. Dem "Wall Street Journal" zufolge soll er aber im hohen achtstelligen Bereich liegen.

Das Fintech und seine App wird in "Marcus" integriert, die Online-Plattform, die Goldman Sachs 2016 zum Einstieg ins Kredit- und Einlagengeschäft mit Privatleuten gestartet hatte. Der Grund für diese Entscheidung wie auch für den Kauf von Clarity Money ist, dass das traditionelle Geschäft der Bank im Wertpapierhandel nach 2008 stärker reguliert wurde, was die Suche nach neuen Einnahmequellen dringlicher macht.

Goldman-Chef Lloyd Blankfein erwartet laut Manager Magazin, dass sich Marcus allmählich zu einem Angebot mit verschiedenen Produkten entwickele, welches in den kommenden Jahren eine maßgebliche Rolle für den Konzern spielen könne: Bis 2020 sei ein Kreditwachstum um 13 Milliarden Dollar geplant, heißt es. Marcus solle dann den Plänen der Bank zufolge eine Milliarde Dollar an Erträgen beisteuern. Zudem soll Goldman Sachs mit Marcus ausgehend von Großbritannien künftig auch den europäischen Markt erobern. Der Start in Deutschland sei aber noch offen. (jb)