Die Anleger zweier Flugzeugfonds von Hannover Leasing, die von der Air-Berlin-Insolvenz betroffen sind, kommen mit einem blauen Auge davon. Beide Beteiligungsgesellschaften haben die Maschinen nach Informationen von FONDS professionell ONLINE Ende April verkauft. Das Management erwartet in beiden Portfolios einen Mittelrückfluss an die Anleger von mehr als 100 Prozent.

Es geht konkret um den Fonds 189 "Flight Invest 47" und den Fonds 190 "Flight Invest 48". Sie haben jeweils einen Airbus A321-200 finanziert, der an die einst zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft vermietet wurde. Die Maschinen wurde Ende 2008 ausgeliefert, die Mietverträge hatten eine feste Grundlaufzeit von zehn Jahren. Air Berlin hatte das Recht, die Flugzeuge an ihre Tochtergesellschaft Niki unterzuvermieten.

Erfolgreicher Verkauf
Air Berlin meldete wie berichtet im Sommer 2017 Insolvenz an, Ende 2017 folgte ihr die österreichische Airline Niki nach. Die Fonds mit einem kumulierten Gesamtinvestitionsvolumen von 65 Millionen Euro standen von einem Tag auf den anderen ohne Mieter da. Hannover Leasing ließ die Anleger, die insgesamt rund 28 Millionen Euro investiert hatten, im Herbst 2017 über den Verkauf der Flugzeuge abstimmen.

Diese haben die Veräußerung zu Mindestverkaufspreisen von 21 beziehungsweise 18 Millionen US-Dollar beschlossen. Ende April wurden die Flugzeuge für rund 25,2 beziehungsweise 21,6 Millionen US-Dollar verkauft, berichtet Hannover Leasing in diesen Tagen an die Anleger. Aus den Erlösen können die langfristigen Bankdarlehen und Zinssicherungen problemlos aufgelöst werden.

Verlust abgewendet
Im Juni sollen die Investoren eine Auszahlung aus dem Exit in Höhe von 40 beziehungsweise 30 Prozent ihres eingesetzten Eigenkapitals erhalten. Damit beträgt der prognostizierte Gesamtmittelrückfluss zurzeit bei "Flight Invest 47" etwa 110 Prozent und bei "Flight Invest 48" etwa 105 Prozent. Beide Fonds haben im Insolvenzverfahren von Niki Ansprüche geltend gemacht. Ob und inwieweit hier Zahlungen zu erwarten sind, ist fraglich. (ae)