Rund 6.000 Mitarbeiter der britischen Großbank HSBC dürfen künftig keine einzelnen Wertpapiere mehr für persönliche Depots kaufen, berichtet das "Handelsblatt". Der Chef der Sparte Global Markets hat seinen Mitarbeiter in einem Rundschreiben verboten, einzelne Aktien, Anleihen und sogar ETFs zu erwerben. Bestehende Positionen dürfen sie behalten, Verkäufe müssen sie allerdings der Compliance-Abteilung melden.

HSBC will offenbar Interessenskonflikten vorbeugen. Damit steht die Bank nicht allein da. Goldman Sachs hat seinen Investmentbankern bereits im Jahr 2014 verboten, privat in einzelne Aktien oder Anleihen zu investieren. Angestellte von JP Morgan dürfen das nur über zugelassene Händler tun und außerdem nicht kurzfristig spekulieren oder Wertpapiere von Kunden kaufen. Auch Barclays arbeitet daran, seine internen Regeln zu verschärfen. Bei der Deutschen Bank sind entsprechende Geschäfte erlaubt, müssen aber von Vorgesetzten abgesegnet werden.

Hunderte zusätzliche Compliance-Jobs geschaffen
Bei HSBC arbeitet man daran, die internen Kontrollen zu verbessern. Die Bank hat seit Jahresbeginn rund 1.800 zusätzliche Compliance-Experten eingestellt. Die Zahl der Kontrollspezialisten ist damit auf mehr als 6.000 gestiegen. HSBC will stärker gegen Finanzkriminalität vorgehen und Auflagen des US-Justizministeriums erfüllen. US-Behörden haben die Bank seit einem Geldwäscheverfahren im Jahr 2012 verstärkt im Visier. (fp)