Die Deutsche Leibrenten ist auf der Suche nach 200 neuen Kooperationspartnern, die dem Unternehmen dabei helfen sollen, den Wert ihres Portfolios auf bis zu hundert Millionen Euro zu steigern. Rund 200 Vermittler arbeiten eigenen Angaben zufolge bereits für den Marktführer im Bereich der Immobilien-Verrentung. "Wir sind auf die Unterstützung von Maklern vor Ort angewiesen", sagt Friedrich Thiele, Vorstand der Deutsche Leibrenten AG. "Sie begleiten unsere Kunden in den Regionen bis zum Vertragsabschluss und akquirieren natürlich auch selbst neue Leibrentner."

Das Geschäftsmodell des Anbieters beruht auf der Verrentung von Immobilien. Heißt: Das Unternehmen kauft Häuser und Wohnungen von Senioren und behält diese im eigenen Bestand. Die Eigenheimbesitzer erhalten im Gegenzug eine lebenslange monatliche Rente und können bis zu ihrem Tod in der Immobilie wohnen bleiben. Kosten für die Instandhaltung der Immobilie übernimmt das Unternehmen ebenfalls. "Das ist für beide Partner – also für uns als Käufer und die Senioren als Verkäufer – von zentraler Bedeutung. Sonst ist ein Verrentungsmodell wirtschaftlich unausgewogen", sagt Thiele. 2017 habe es rund 3.000 Anfragen von Interessenten gegeben.

Immobilien-Verrentung führt Nischendasein
Abseits vom Marktführer fristet die Verrentung von Immobilien in Deutschland – auch "Umkehrhypothek" genannt – im Gegensatz zu den USA oder Großbritannien allen Vermarktungsaktionen zum Trotz allerdings ein Nischendasein. Mehrere Anbieter strichen in der Vergangenheit wegen der niedrigen Nachfrage die Segel.

Die Zurückhaltung der Deutschen gegenüber Verrentungen kommt nicht von ungefähr. Der für die Zusatzrente maßgebliche Beleihungswert der Immobilien weicht in der Regel deutlich vom Verkehrswert ab, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Viele Anbieter würden nicht über 40 Prozent des Verkehrswerts hinausgehen – was den betagten Eigenheimbesitzern offenbar zu wenig ist. (fp)