Das kommende Jahr bedeutet für Finanzdienstleister in vielerlei Hinsicht Neuland. Die Finanzmarktrichtlinie Mifid II und die Investmentsteuerreform verlangen von ihnen einige Änderungen bei Prozessen und den Dokumenten ihrer Produkte.

Der Münchner Vermögensverwalter DJE Kapital wird daher zum einen ab 2018 in den Verkaufsprospekten ihrer Fonds die Mindestaktienquoten nennen. Dies hängt damit zusammen, dass Portfolios nach dem neuen Steuergesetz auf in Deutschland erzielte Dividenden, Mieterträge und Gewinne aus dem Verkauf von Immobilien 15 Prozent Steuern zahlen. Als Ausgleich erhalten Privatanleger eine Teilfreistellung, die wiederum von der Aktienquote des Vehikels abhängt: Für Mischfonds-Anleger sind 15 Prozent der Erträge steuerbefreit, wenn der Fonds mindestens 25 Prozent des Vermögens in Aktien investiert. Bei Aktienfonds umfasst die Steuerbefreiung 30 Prozent der Erträge, sofern eine Mindestaktienquote von 51 Prozent festgelegt wurde.

"Um es unseren Anlegern so einfach wie möglich zu machen, arbeiten wir derzeit an der Aktualisierung unserer Produktunterlagen, wie etwa Fonds-Factsheets. Daraus soll klar hervorgehen, wie hoch die Mindestaktienquote des entsprechenden Misch- oder Aktienfonds ist", erklärt Thorsten Schrieber, Leiter der Bereiche Fondsvertrieb, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit bei DJE Kapital. "Darüber hinaus werden wir die damit verbundene Höhe der steuerlichen Teilfreistellung angeben, die mit der Investition in den jeweiligen Fonds verbunden ist."

Keine Researchkosten für Kunden
Weiter kündigt der Finanzportfolioverwalter an, dass er ab dem 3. Januar 2018 die Kosten für das gesamte Research selbst tragen wird. Der Hintergrund ist, dass im Zuge von Mifid II Fondsanbieter die Ausgaben für Studien genau aufschlüsseln müssen. Bislang verteilen Investmentbanken und Broker die Analysen im Gegenzug für Handelsaufträge. Solche Gegengeschäfte erschienen den Regulierern aber zu undurchsichtig. Künftig müssen daher Asset Manager die Kosten für Wertpapiertransaktionen und Research gesondert ausweisen.

"Die Fundamentalanalyse ist ein wesentlicher Bestandteil unserer hauseigenen FMM-Methode und die Basis für erfolgreiches und aktives Management. Unser DJE-Researchteam in Kombination mit dem externen Research sind zentral für unseren Unternehmenserfolg", führt Ulrich Kaffarnik, Vorstandsmitglied bei DJE Kapital und verantwortlich für den Bereich Fondsmanagement und -handel, aus. "Weil eine partnerschaftliche Beziehung zu den Kunden genauso wie Transparenz bei DJE an erster Stelle stehen, haben wir entschieden, diese Kosten für das Research selbst zu tragen." (jb)