Die Hamburger Buss Gruppe beabsichtigt wie von FONDS professionell vor einigen Wochen berichtet die Übernahme der Container der insolventen Gesellschaft Magellan Maritime Services. "Sofern die deutliche Mehrzahl der Anleger dem Verkauf zustimmt, zahlt die Buss Global-Gruppe aus Singapur einen Kaufpreis von 160 Millionen Euro", teilte Insolvenzverwalter Peter-Alexander Borchardt mit.

Außerdem könnten die Anleger eine ominöse, in der Pressemitteilung nicht näher erläuterte "Erfolgsbeteiligung von 15 Millionen US-Dollar" erhalten. Der Gläubigerausschuss steht laut seinem Sprecher, Rechtsanwalt Jörn Weitzmann, "uneingeschränkt" hinter dem Deal und hat ihn "einstimmig bestätigt".

Jetzt ist klar: Die Anleger, die über Direktinvestments die Magellan-Container finanziert hatten, werden etwa die Hälfte ihres Kapital verlieren – abhängig davon, wie viel Liquidität noch aus der laufenden Vermietung der Container an die Investoren fließen wird.

Borchardt will rasch an Buss Capital verkaufen
Borchardt lässt nun die Anleger bis "mindestens bis zum 30. Juni 2017" über den Verkauf abstimmen. Führt die Abstimmung zu keiner "eindeutigen Zustimmung", sollen die Container nicht an Buss verkaufen werden. In diesem Fall würden die bestehenden Mietverträge mit den Reedereien bis zum Ende der Laufzeit fortgeführt und die Boxen danach einzeln verkauft werden. Die Erlöse aus diesem Abwicklungsszenario betragen laut Borchardt nach einer unverbindlichen Prognose 128 bis 178 Millionen Euro.

Borchardt plädiert für einen raschen Verkauf der Container an Buss. Den Anlegern macht er dies so schmackhaft: "Die ersten 100 Millionen Euro könnte ich bis Jahresende ausschütten." Die Fortführung der bestehenden Verträge habe indes Nachteile für die Anleger. Die ersten Abschlagszahlungen würden "erst im Jahr 2019" fließen und das Gesamtverfahren würde noch bis zu neun Jahre dauern.

Hinzu kämen erhebliche finanzielle Unwägbarkeiten, vor allem in Form von schwankenden Devisenkursen, unsicheren Containerverkaufspreisen sowie durch Insolvenzen von Reedereien als Mietvertragspartner. (ae)