Der Insolvenzverwalter des Containermanagers Magellan verhandelt seit geraumer Zeit nur noch mit einem Interessenten über den Verkauf der Containerflotte. Dazu hat der Gläubigerausschuss nach Angabe des Insolvenzverwalters seine Zustimmung erteilt. Was bislang nicht bekannt ist: Mit wem die exklusiven Verhandlungen laufen.

In gut unterrichteten Kreisen hat FONDS professionell ONLINE erfahren, dass der Insolvenzverwalter mit Buss Capital verhandelt. Das Unternehmen ist selbst Initiator und Manager von Containerfonds und seit einigen Jahren Anbieter von Container-Direktinvestments. Geschäftsführer Dirk Baldeweg wollte die Verhandlungen nicht bestätigen, erklärte lediglich: "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich mich nicht zu einem laufenden Verfahren äußern darf."

Die Fokussierung auf einen Verhandlungspartner kommt für die Anleger zu einem eher ungünstigen Zeitpunkt. Denn in den vergangenen Monaten sind die Preise für neue und gebrauchte Container sukzessive gestiegen – mit weiter steigender Tendenz. Ein 20-Fuß-Container kostete im ersten Quartal 2017 im Durchschnitt 2.100 US-Dollar, berichtete vor kurzem der Branchendienst Drewry Maritime Research. Nch ein Jahr zuvor lag der Durchschnittspreis nur bei 1.350 US-Dollar. Im selben Zeitraum sich die Leasingrate für neue, langfristig vermietete Container um 61 Prozent auf durchschnittlich 0,50 US-Dollar pro TEU verbessert.

"Ohne exklusive Verhandlungen geht es nicht"
Trotz dieser für Containereigentümer positiven Entwicklung hat sich der Magellan-Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Peter-Alexander Borchardt, nach eigenen Angaben im Februar 2017 dafür entschieden, nur noch "mit zwei Interessenten intensiv über die Konditionen eines möglichen Verkaufs“ zu verhandeln (FONDS professionell ONLINE berichtete). Am 13. April 2017 soll der Gläubigerausschuss dafür gestimmt haben, einem dieser beiden Interessenten "so genannte Exklusivität zu gewähren“, also nur noch mit ihm zu verhandeln. "Diesem Votum des Gläubigerausschusses habe ich mich angeschlossen“, erklärte Borchardt Ende April in einem Rundschreiben an die Anleger. Schon im Juni soll das Verhandlungsergebnis präsentiert werden.

Buss-Geschäftsführer Baldeweg verteidigt dieses Vorgehen, "ohne auf dieses spezifische Verfahren einzugehen.“ Ein Flottenverkauf erfolge immer in zwei Phasen. Nach einem offenen Bieterprozess werde immer dem besten Bieter Exklusivität gewährt, um eine Transaktion auch wirklich zum Abschluss bringen zu können. Die Exklusivität sei notwendig, weil die Vorbereitung eines Deals für den Käufer mit hohen Kosten verbunden sei und für die Bank zwingend notwendig sei, um Finanzierungszusagen geben zu können. "Ich halte daher einen Verkauf ohne Gewährung von Exklusivität für praktisch nicht durchführbar“, betont Baldeweg auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE. (ae)