Der Finanzdienstleister MLP hat im ersten Halbjahr 2017 nach eigenen Angaben bei den wesentlichen Kennziffern deutlich zugelegt. Die Gesamterlöse stiegen um sechs Prozent auf 300,6 Millionen Euro; Grundlage waren die erhaltenen Provisionen von 281,3 Millionen Euro, nach 265,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (operatives Ebit) legte um 71 Prozent auf 15,9 Millionen Euro zu.

Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung sei das Vermögensmanagement gewesen,  substanzielle Zuwächse verzeichneten außerdem die Beratungsfelder Sachversicherung, Finanzierung und Immobilien. Dagegen musste die Wieslocher Gesellschaft erneut Abstriche im Geschäft mit Altersvorsorgeprodukten machen, wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht.

Demnach zeigt sich bei einer Detailbetrachtung der prozentual größte Anstieg in der Immobilienvermittlung. Sie sei in den "Übrigen Beratungsvergütungen" dargestellt, die um 65 Prozent auf 9,4 Millionen Euro (5,7 Mio. Euro) anstiegen. Die zweithöchsten Wachstumsraten erzielte das Vermögensmanagement mit einem Umsatzplus von 16 Prozent auf 92,1 Millionen Euro. Das betreute Vermögen kletterte um rund 400 Millionen auf 32,0 Milliarden Euro zum Ende des ersten Halbjahrs. MLP profitierte hier vom gestiegenen Neugeschäft, sowohl im Privatkundenbereich als auch beim Tochterunternehmen Feri. Einen Zuwachs von 13 Prozent verzeichnete im ersten Halbjahr die Finanzierung, in der die Erlöse von 6,8 auf 7,7 Millionen Euro anstiegen.

Weniger Lebensversicherungen abgesetzt
Die Zahlen zur Altersvorsorge sind dagegen weniger erfreulich: Die Erlöse sanken um fünf auf 77,2 Millionen Euro. MLP führt diese Entwicklung auf die allgemein deutliche Zurückhaltung vieler Verbraucher beim Abschluss langlaufender Verträge zurück.

Allerdings hat MLP im ersten Halbjahr 10.000 neue Familienkunden (+8%) hinzugewonnen – 13 Prozent davon über einen Online-Produktabschluss. Generell bestätigt das Top-Management den Ausblick für das Gesamtjahr: Ziel bleibt es, ein operatives EBIT von mindestens 45 Millionen Euro zu erzielen.

"Unsere strategischen Initiativen greifen erkennbar. Auch mit der operativen Entwicklung in den ersten sechs Monaten sind wir zufrieden. Wir sind auf einem guten Weg, nicht nur die Profitabilität deutlich zu steigern, sondern das Unternehmen auch permanent zu modernisieren", sagt Vorstandsvorsitzender Uwe Schroeder-Wildberg. "Das erste Halbjahr unterstreicht aber auch, wie wichtig die Weiterentwicklung unseres Geschäftsmodells mit der Verbreiterung unserer Umsatzbasis in den vergangenen Jahren war. Denn marktbedingte Rückgänge in der Altersvorsorge und in der Krankenversicherung konnten wir auch in den vergangenen Monaten durch Zuwächse in den anderen Beratungsfeldern mehr als kompensieren." (jb)